:: wikimiki.org ::
| Theophanes |
TheophanesTheophanes der Bekenner (auch: Theophanes Confessor oder Theophanes Homologetes) ( - um 760 in Konstantinopel, † 12. März 817 oder 818 in Samothrake) war ein byzantinischer Chronist.
Theophanes stammte aus einer angesehenen, adligen Familie. Er selbst war ein Gegner des Ikonoklasmus und setzte die Weltchronik des Georgios Synkellos fort (284/285 bis 813). Dabei ging er streng annalistisch vor und stützte sich auf zahlreiche Quellen (beispielsweise Priscus und Prokopios von Caesarea). Die besondere Bedeutung der Chronik liegt jedoch in der Darstellung der Jahre 602 bis 813, für die Theophanes eine wichtige und teils sogar die einzige Quelle ist. Auch durch den Verlust arabischer und syrischer Quellen ist die Chronik des Theophanes daher unschätzbar für die Beschäftigung mit den Ereignissen im byzantinischen Osten, beispielsweise hinsichtlich des Perserkriegs des Herakleios. Der Stil Theophanes' orientierte sich offenbar gewollt an der Volkssprache, obwohl Theophanes selbst hochgebildet war.
Die Chronik wurde in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts von Anastasius Bibliothecarius auch ins Lateinische übersetzt, wobei sich jedoch sein eher unzureichendes Griechisch bemerkbar macht.
Übersetzungen
- The Chronicle of Theophanes Confessor. Byzantine and Near Eastern history AD 284-813, übersetzt und kommentiert von Cyril Mango und Roger Scott, Oxford 1997
- The Chronicle of Theophanes, übersetzt von Harry Turtledove, Philadelphia 1982
Sekundärliteratur
- Ilse Rochow: Byzanz im 8. Jahrhundert in der Sicht des Theophanes. Quellenkritisch-historischer Kommentar zu den Jahren 715-813, Berlin 1991
Weblinks
- [http://www.deremilitari.org/resources/sources/theophanes.htm Die Feldzüge des Herakleios (englisch)]
Kategorie:Historiker
Kategorie:byzantiner
760
Politik und Weltgeschehen
- Schlacht bei Pontuvio: König Fruela I. von Asturien siegt mit seinem Heer über die Mauren und gewinnt Galicien.
- Johann II. wird Bischof von Konstanz als Nachfolger des Sidonius.
- Araber übernehmen das indische Zahlensystem und entwickeln die Algebra und die Trigonometrie.
- Erste urkundliche Erwähnung von Buch a.Erlbach.
- vor 760 - Der iroschottische Mönch Alto gründet das Kloster Altomünster.
- um 760 - Theophanes, byzantinischer Chronist († 817)
- Ismail ibn Dschafar, siebter Imam der Ismailiten ( - 736)
- um 760 - Gangolf, Heiliger, Schutzpatron
ko:760년
817
Politik und Weltgeschehen
- Ordinatio imperii, Nachfolgeregelung Ludwigs des Frommen.
- Erstmalige urkundliche Erwähnung von Markdorf
- Ziyadat Allah I. wird dritter Emir der Aghlabiden in Ifriqiya
-
-
ko:817년
Byzantinisches ReichDas Byzantinische Reich (verkürzt auch nur Byzanz) bezeichnet, nach dem ursprünglichen Namen seiner Hauptstadt Byzanz (eigentlich Konstantinopel), das aus hellenistischer Kultur, dem Römischen Staatswesen und der (im kulturellen Ursprung jüdischen) Christlichen Religion entstandene Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum. Das Reich entwickelte sich aus dem östlichen Teil des Römischen Reiches (Oströmisches Reich, Ostrom). Während das Westreich im Jahr 476 bzw. 480 endgültig unterging, bestand das Byzantinische Reich bis zur Eroberung seiner Hauptstadt Konstantinopel durch die Osmanen im Jahre 1453, verlor aber nach den arabischen Eroberungen im 7. Jahrhundert weitgehend seinen spätantiken Charakter. Das Byzantinische Reich sah sich Zeit seines Bestehens als unmittelbar und einzig legitimes, weiterbestehendes Römisches Kaiserreich. In diesem Sinne beanspruchte der byzantinische Kaiser das Supremat über alle christlichen Staaten des Mittelalters. Dieser Anspruch konnte aber spätestens seit etwa 600 n.Chr. nicht mehr durchgesetzt werden.
Das Wesen von Byzanz
Die Byzantiner – und die Griechen bis ins 19. Jahrhundert hinein – betrachteten und bezeichneten sich selbst als Römer („Rhômaioi“), das Wort Griechen („Hellênes“) wurde fast nur für die vorchristlichen, heidnischen griechischen Kulturen und Staaten verwendet. Die heute üblichen Bezeichnungen Byzantiner und Byzantinisches Reich sind modernen Ursprungs. Zeitgenossen sprachen immer von Basileia tôn Rhômaiôn (Reich der Römer) oder Rhômaikê Autokratia (Römisches Kaiserreich). Nach ihrem Selbstverständnis waren sie nicht die Nachfolger des Römischen Reiches – sie waren das Römische Reich an sich. Dies war staatsrechtlich auch der Fall, zumal Byzanz in einem intakten, an die Spätantike erinnernden Zustand existierte (es hatte ja keinen so massiven Bruch wie im Westen gegeben), der sich erst nach und nach veränderte und zu einer Gräzisierung des Staates unter Herakleios führte. Allerdings war bereits vorher die allgemein vorherrschende nationale Identität des oströmischen Reiches überwiegend griechisch. Griechisch war nicht nur die Amtssprache (seit Herakleios, vorher war es Latein), sondern auch die Sprache der Kirche, der Literatur und aller Handelsgeschäfte. Das byzantinische Reich war zwar ein multi-ethnischer Staat, der außer Griechen auch Armenier, Juden, Ägypter, Syrer, Illyrer und Slawen einschloss, aber die meisten Gebiete, über die er sich erstreckte, waren seit Jahrhunderten hellenisiert, also dem griechischen Kulturkreis angeschlossen. Hier lagen bedeutende Zentren des Hellenismus wie Konstantinopel, Antiochia, Ephesus, Thessalonike und Alexandria, und hier bildete sich auch die griechisch-orthodoxe Form des Christentums heraus.
Griechenland selbst spielte im byzantinischen Reich keine sonderlich bedeutende Rolle, da die neben der Hauptstadt wirtschaftlich und militärisch bedeutsamsten Gebiete die orientalischen Provinzen des Reiches waren. Als diese verloren gingen, spielte Kleinasien eine wichtige Rolle. Als auch dies teilweise im 11. und endgültig im 14. Jahrhundert an Invasoren fiel, begann bereits der Abstieg von der Welt- zur Regionalmacht und schließlich zum Kleinstaat.
Das Byzantinische Reich besaß – im Gegensatz zu den meisten anderen Reichen des Mittelalters – auch nach dem Einfall der Araber noch eine straff organisierte Bürokratie, deren Zentrum Konstantinopel war. Es verfügte über Beamte und ein gutes Finanzwesen, über staatliche Monopole und eine stehende Armee. Kein Reich westlich des Kaiserreich China konnte etwa über so große Beträge verfügen wie Byzanz. Der Kaiser wiederum herrschte de facto uneingeschränkt über Reich und Kirche – und dennoch war in keinem anderen Staat (in diesem Fall kann man wirklich von einem Staat sprechen) eine so große Durchlässigkeit der Aristokratie gegeben wie in Byzanz, welches eine Mischung aus römischem Staatswesen, griechischer Kultur und christlichem Glauben darstellte und sich immer noch dem Gedanken der antiken Universalmacht verpflichtet fühlte.
Nur Byzanz, so die zeitgenössische Vorstellung, war die Wiege des wahren Glaubens und der Zivilisation. In der Tat war das kulturelle Niveau in Byzanz zumindest bis ins Hochmittelalter hinein höher als in allen anderen Reichen des Mittelalters, eingeschlossen des islamischen Bereichs.
In weiten Teilen wissen wir nur wenig über das „Neue Rom“. Relativ wenige Aktenstücke sind uns überliefert, und in Teilen schweigt auch die byzantinische Geschichtsschreibung, die mit Prokopios von Caesarea, Michael Psellos, Anna Komnene und Niketas Choniates über einige ganz hervorragende Vertreter verfügte. Wenn uns daher für einige Zeiträume nur kirchliche Quellen zur Verfügung stehen, so darf dies nicht zu der Annahme verleiten, Byzanz sei ein theokratischer Staat gewesen. Die Religion war wohl oft bestimmend, aber die Quellenlage ist in Teilen und besonders für die Periode vom 7. bis 9. Jahrhundert zu dürftig, um ein klares Bild zu erhalten. Erst in späterer Zeit bessert sich die Quellenlage etwas.
Die ältere westeuropäische Forschungsmeinung sah in Byzanz oft nur eine dekadente, halb orientalische Despotie (so etwa Edward Gibbon). Dieses Bild wurde längst verworfen (Bury, Mango, Lilie unter anderem). Es wird inzwischen immer darauf hingewiesen, dass Byzanz als der Vermittler von kulturellen Werten und dem Wissen der Antike Unschätzbares geleistet hat. Es war zudem der „Schutzschild“ Europas über viele Jahrhunderte hinweg, erst vor den Persern und Steppenvölkern, später vor dem Islam. Erst nach der verheerenden Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahr 1204 konnte das Byzantinische Reich diese Funktion nicht mehr wahrnehmen.
Grundriss der byzantinischen Geschichte
Byzanz in der Spätantike: Das Oströmische Reich
Die Wurzeln des Byzantinischen Reiches liegen in der römischen Spätantike (284 bis zum Beginn des 7. Jahrhunderts). Der römische Kaiser Konstantin der Große baute die bis dahin eher kleine altgriechische Kolonialstadt Byzanz im Jahr 330 großzügig aus und machte sie als Nova Roma (Neu-Rom) im bewussten Gegensatz zum heidnischen (Alt-)Rom (das spätestens seit der Tetrarchie des Kaisers Diokletian nicht mehr ständige Residenzstadt war) zur "Hauptstadt" der Osthälfte des Römischen Reiches bzw. zur Kaiserresidenz. Der offizielle Name wurde jedoch schnell durch den in der Umgangssprache gebräuchlichen Konstantinopel ersetzt (heute heißt sie İstanbul), und auch der Name "Byzanz" hielt sich noch über Jahrhunderte. Konstantinopel blieb auch unter den nachfolgenden Kaisern Verwaltungszentrum, wenn sich auch gerade in der Frühzeit nicht alle Kaiser dort längere Zeit aufhielten. So verbrachte Valens und Julian Apostata auch längere Zeit im Osten des Reiches (Antiochia). Nach dem Tod des Kaisers Theodosius I. 395 wurde das Reich in eine östliche und eine westliche Hälfte unter seinen beiden Söhnen Honorius und Arcadius aufgeteilt. Solche Reichsteilungen hatte es schon früher gegeben, aber diesmal erwies sie sich als endgültig: Arcadius, der in Konstantinopel residierte, gilt daher oft als erster Kaiser des Oströmischen beziehungsweise frühbyzantinischen Reiches. Dennoch galten alle Gesetze in beiden Reichshälften, und der Konsul des jeweils anderen Teiles wurde anerkannt. Andere Forscher zählen übrigens bereits Konstantin oder erst Herakleios als die ersten byzantinischen Herrscher.
Im späten 4. Jahrhundert, zur Zeit der beginnenden Völkerwanderung, war zunächst die östliche Reichshälfte Ziel germanischer Stämme, wie der West- und der Ostgoten. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts richteten sich deren Angriffe aber zunehmend auf das ökonomisch und militärisch schwächere Westreich. Vereinzelt musste sich Ostrom der Angriffe der Sassaniden erwehren, des einzigen gleichrangigen Konkurrenten Roms, mit dem aber zwischen 387 und 502 fast durchgängig Frieden herrschte. 410 wurde die Stadt Rom zum ersten Mal von den Westgoten erobert. Ostrom versuchte allerdings gerade gegen die Vandalen das Westreich zu unterstützen (die erfolglose Flottenexpedition von 467/468 wurde von Ostrom getragen). Allerdings hatte das Reich unter Kaiser Leo I. schwer mit dem Problem der germanischen Hilfstruppen zu kämpfen. Meistens handelte es sich ab der Mitte des 5. Jahrhunderts bei dem amtierenden Magister militum um einen Germanen.
Doch konnte das Problem zum Ende des 5. Jahrhunderts durch die Heranziehung der Isaurier in den Militärdienst gelöst werden, die ein Gegengewicht zu den Germanen bildeten. Während der letzte weströmische Kaiser Romulus Augustulus im Jahr 476 von dem germanischen Heerführer Odoaker abgesetzt wurde (der letzte anerkannte Kaiser war allerdings Julius Nepos, der 480 in Dalmatien verstarb) erstarkte das Ostreich zusehends. Die Germanenreiche erkannten nun den oströmischen Kaiser als ihren nominellen Oberherren an. Kaiser Anastasios I. stärkte zudem die Finanzkraft des Reiches, was später der Expansionspolitik unter Justinian I. zu Gute kam.
Justinian I.
Im 6. Jahrhundert eroberten unter Kaiser Justinian I. (527-565) die beiden byzantinischen Feldherren Belisar und Narses sogar große Teile der weströmischen Provinzen – Italien, Nordafrika (Africa) und Teile von Spanien – zurück und stellten damit das Römische Reich für kurze Zeit fast in seiner alten Größe wieder her. Doch die Kriege in West und Ost sowie die Pest, die ab 541 die Mittelmeerwelt heimsuchte, schwächten das Reich erheblich. Während der Regierungszeit Justinians, in den 530er Jahren, wurde auch die Hagia Sophia erbaut, für lange Zeit die größte Kirche der Christenheit und der letzte große Bau des Altertums. Es war eine wichtige Übergangszeit vom spätantiken Staat zum byzantinischen, auch wenn man Justinian, den "letzten römischen Imperator" (Ostrogorsky), sicherlich noch zur Antike zu zählen hat. Unter seinen Nachfolgern nahm dann auch die Bedeutung und Verbreitung der lateinischen Sprache im Reich immer weiter ab.
latein
Justinian hinterließ seinen Nachfolgern jedoch leere Kassen, und sie waren nicht imstande, mit den neuen Angreifern fertig zu werden, die ab der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts an den Grenzen auftraten. Die Langobarden besetzten Italien, die Slawen überrannten seit etwa 580 große Teile des Balkans. Mit dem gewaltsamen Tod des Kaisers Maurikios, der einen vorteilhaften Frieden mit den Sassaniden hatte schließen können und energisch gegen die Slawen vorgegangen war, eskalierte die militärische Krise. Seit 602 erlangten die Perser bzw. Sassaniden zeitweilig die Herrschaft über die meisten östlichen Provinzen. Bis 619 hatten sie sogar Ägypten und Syrien, und somit die reichsten oströmischen Provinzen erobert. Sie wurden zwar durch Kaiser Herakleios (610-641) zurückerobert, der das Sassanidenreich 628 schließlich entscheidend schlug. Nach dieser Anstrengung waren die Kräfte des Reichs jedoch erschöpft.
Der plötzlichen Expansion der von ihrem neuen, muslimischen Glauben angetriebenen Araber hatte es nicht mehr viel entgegenzusetzen. In der Schlacht am Jarmuk am 20. August 636 unterlagen die Römer einem Heer des zweiten Kalifen Omar, und der ganze Süden des Reichs, einschließlich Syriens und Palästinas ging verloren (siehe auch Islamische Expansion).
Im Gegensatz zu seinem langjährigen Rivalen, dem Perserreich der Sassaniden, konnte sich das oströmische bzw. byzantinische Reich jedoch immerhin erfolgreich gegen eine vollständige islamische Eroberung verteidigen; es mußte sich aber nach Kleinasien zurückziehen. Dabei führte die militärische Krise und der endgültige Verlust der reichsten Provinzen zu einer massiven Veränderung im Reich, in dem nun Griechisch endgültig das Lateinische verdrängte. Die spätantiken Strukturen von Staat und Gesellschaft verschwanden in dieser Zeit zu großen Teilen. Von nun an ist es angebracht, statt von Ostrom von Byzanz zu sprechen.
Was das Reich an Gebieten verlor, gewann es an Gleichförmigkeit. Die antike Zivilisation war seit Jahrhunderten von der Existenz zahlreicher größerer und kleinerer Städte (poleis) geprägt gewesen; diese Zeit endete nun. Die meisten Städte wurden aufgegeben oder schrumpften auf die Größe von (oft befestigten) Dörfern. Nur Konstantinopel blühte und widerstand innerhalb eines Jahrhunderts drei schweren Belagerungen (626, 674–678 und 717–718).
Die südlichen bzw. orientalischen Provinzen unterschieden sich kulturell nicht unerheblich vom Norden und gehörten seit dem 5. Jahrhundert mehrheitlich den orientalisch-orthodoxen, monophysitischen Kirchen an, die mit der griechisch-orthodoxen Kirche der nördlichen Provinzen im Streit lagen. Dieser Streit war wohl einer der Gründe für die baldige Akzeptanz der neuen muslimischen Herren Syriens und Ägyptens. Der Norden gelangte so aber zu größerer Geschlossenheit und höherer Kampfbereitschaft.
Kaiser Konstans II. (641–668) verlegte seine Residenz von 661–668 ins sizilianische Syrakus, um von dort aus die Seeherrschaft gegen die Araber zu sichern, doch kehrten seine Nachfolger wieder in den Osten zurück. Währenddessen blieb Konstantinopel weiter die größte Stadt der westlichen Welt. Mehrfache Versuche, Konstantinopel zu erobern – unter anderem durch die Araber und später durch die Rus – schlugen alle fehl angesichts der überlegenen byzantinischen Flotte und ihres Monopols, der geheimnisumwitterten brandstiftenden Waffe, des griechischen Feuers. Danach begann das Reich sich zu erholen und konnte vor allem im Donauraum langsam wieder seine Stellung konsolidieren. Es blieb nun auf den Balkan und Kleinasien beschränkt, hinzu kamen noch Gebiete in Italien sowie bis 698 in Nordafrika.
Allerdings wurde das berühmte System von Militärprovinzen, den so genannten Themen, wohl erst nach der Regierungszeit des Herakleios geschaffen, um den ständigen Angriffen und dem Sinken des städtischen Lebens außerhalb der Hauptstadt zu begegnen. Tendenzen, die bereits seit langem vorhanden waren, kamen nach 636 in vielen Bereichen von Staat und Gesellschaft voll zum Tragen, zugleich endeten zahlreiche Traditionsstränge - die spätantike Phase des oströmischen Imperiums gelangte an ihr Ende, und es entstand das byzantinische Reich des Mittelalters.
Die mittelbyzantinische Epoche – Zwischen Abwehr und Hegemonie
Mehrmals belagerten die Araber Konstantinopel, zuletzt 717–18. Byzanz verlor die Seeherrschaft und konnte mit Mühe Kleinasien halten, wo es immer wieder zu arabischen Überfällen (Razzien) kam. Das gesamte 8. Jahrhundert war von diesen Abwehrkämpfen geprägt, in dem die Initiative fast ausschließlich bei den Feinden von Byzanz lag.
Auf dem Balkan befand sich Byzanz ebenfalls in der Defensive, konnte aber Griechenland nach und nach von den Slawen zurück gewinnen. Dafür erwuchs dem Reich ein neuer Gegner, nämlich in Gestalt der Bulgaren, die erfolgreich eine eigene Staatsbildung anstrebten.
Der militärisch erfolgreiche Kaiser Leo III. der Isaurier entfachte 730 den Bilderstreit, der über 110 Jahre andauern sollte und mehrmals Bürgerkriege aufflackern ließ, zuletzt den von 843 bis 872 währenden Krieg gegen die Paulikianer. Anfang des 9. Jahrhunderts erholte sich das Reich, wenn es auch vorerst gegen die Bulgaren nichts ausrichten konnte, die sich erfolgreich behaupteten.
Auf die Krisenzeit des 8. Jahrhunderts, folgten im 9. und vor allem im 10. Jahrhundert einige bedeutende Erfolge. Unter Nikephoros II. Phokas wurde Kreta von den Arabern zurückerobert. Johannes I. Tzimiskes weitete den byzantinischen Einfluss bis nach Syrien und Palästina aus, während die Bulgaren nieder gehalten wurden. Byzanz schien wieder auf dem Weg zur Hegemonialmacht zu sein.
Palästina
Das Reich erreichte seinen Höhepunkt unter den makedonischen Kaisern des 10. und frühen 11. Jahrhunderts. Durch die im Jahre 987 vollzogene Heirat der Schwester von Kaiser Basileios II. mit dem russischen Großfürsten Wladimir breitete sich der orthodoxe Glaube allmählich in Russland aus. Die russische Kirche unterstand dem Patriarchen von Konstantinopel. Basileos II. eroberte in jahrelangen Kämpfen das donaubulgarische Reich, was ihm den Beinamen Bulgaroktonos ("Bulgarentöter") einbrachte. Im Jahre 1018 wurde Donaubulgarien byzantinische Provinz, was einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte des Byzantinischen Reiches darstellte.
Wie Rom zuvor, fiel es trotzdem bald in eine Periode von Schwierigkeiten, die in hohem Grade durch das Wachstum des Landadels verursacht wurden, der das Themensystem untergrub. Bloß mit seinen alten Feinden, dem Heiligen Römischen Reich und dem Kalifat der Abbasiden konfrontiert, hätte es sich vielleicht erholen können, aber um die gleiche Zeit erschienen neue Eindringlinge auf der Szene, die wenig Grund hatten sein Ansehen zu respektieren – die Normannen, die Italien eroberten und die Seldschuken, die hauptsächlich an Ägypten interessiert waren, aber auch Raubzüge nach Kleinasien, dem wichtigsten Rekrutierungsgebiet für die byzantinische Armee, unternahmen. Nach der Niederlage von Kaiser Romanos IV. im Jahr 1071 bei Mantzikert gegen Alp Arslan, den seldschukischen Sultan, ging der Großteil Kleinasiens verloren, unter anderem auch deshalb, da innere Kämpfe um den Kaiserthron ausbrachen und keine gemeinsame Abwehr gegen die Seldschuken errichtet wurde.
Die Zeit der Komnenenkaiser – Erneutes Aufbäumen
Die letzten Jahrhunderte der byzantinischen Geschichte wurden durch einen Usurpator, Alexios I. Komnenos, geprägt, der anfing, die Armee auf Basis eines Feudalsystems (Pronoia) wiederherzustellen. Es gelangen ihm bedeutende Fortschritte gegen die Seldschuken und auf dem Balkan gegen die Petschenegen. Sein Aufruf um westliche Hilfe brachte ungewollt den ersten Kreuzzug hervor, der ihm half Nicäa und die Westküste Kleinasiens zurück zu erobern. Allerdings hatte der Kreuzzug (auf dem es bereits zu Spannungen zwischen den Kreuzfahrern und den Byzantinern gekommen war) schwerwiegende Folgen, denn die späteren Kreuzzüge entwickelten sich zunehmend feindselig. Alexios gewährte venezianischen Händlern Zugang zu vielen byzantinischen Häfen, doch die Republik Venedig – paradoxerweise einst selbst ein Vorposten byzantinischer Kultur im Westen – wurde zu einer ernsten Bedrohung für das Reich.
Unter Kaiser Johannes II. Komnenos (1118-1143), dem Sohn des Alexios I., und dessen Sohn Manuel I. Komnenos (1143-1180) gelang es, die byzantinische Stellung in Kleinasien und auf dem Balkan zu festigen. Manuel I. Komnenos hatte sich nicht nur mit den Angriffen des Normanischen Königreiches von Süditalien her und dem zweiten Kreuzzug (1147-1149) auseinanderzusetzen, er betrieb auch eine ehrgeizige Westpolitik, die auf territoriale Gewinne in Italien und Ungarn abzielte; dabei geriet er auch in Konflikt mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Auch im Osten konnte er gegen die Seldschuken Erfolge erzielen; sein Versuch, ihr Reich völlig zu unterwerfen, endete allerdings in der vernichteten Niederlage in der Schlacht von Myriokephalon 1176. In der Folge konnten die Seldschuken ihre Macht auf die benachbarten muslimischen Reiche in Kleinasien (Danishmendiden) und auch gegen Byzanz zur Mittelmeerküste hin ausdehnen.
Das Reich wurde unter den nachfolgenden Angeloi-Kaisern von schweren inneren Krisen erschüttert, die schließlich dazu führten, dass sich Alexios IV. an die Kreuzfahrer wandte und sie dazu bewegte, für ihn und seinen Vater den Thron zu kämpfen. Als die erhoffte Bezahlung ausblieb, kam es zur Katastrophe: Unter dem Einfluss Venedigs eroberten die Ritter des vierten Kreuzzugs 1204 Konstantinopel und gründeten das kurzlebige Lateinische Kaiserreich. Damit schwächten sie jedoch die byzantinische Macht dauerhaft, was fatale Folgen haben sollte.
Verfall und Untergang
Lateinische Kaiserreich
Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Lateiner entstanden drei byzantinische Nachfolgestaaten: Nicäa, wo Kaiser Theodor I. Laskaris im Exil die byzantinische Tradition aufrecht erhielt, das Epirus und das Kaiserreich Trapezunt, welches sich unter Nachkommen der Komnenen bereits vor der Eroberung Konstantinopels abgespalten hatte. Thedoros I. Laskaris und seinem Nachfolgern Johannes III. Dukas Batatzes (1222-1254) gelang es, in Westkleinasien ein wirtschaftlich blühendes Staatswesen aufzubauen und die Grenze zu den Seldschuken, die sich nach ihrer Niederlage gegen die Mongolen 1243 im Niedergang befanden, zu stabilisieren. Gestützt auf diese Machtbasis konnten die Laskariden erfolgreich auch in Europa expandieren, Thrakien und Makedonien erobern und die Konkurrenten um die Rückgewinnung Konstantinopels (Reich von Epiros, das nach einer Niederlage gegen die Bulgaren 1230 stark geschwächt war, und das Bulgarenreich, das auch durch den Mongoleneinfall 1241 stark beeinträchtigt wurde) aus dem Feld schlagen. Nach der kurzen Regierung des hochgebildeten Theodoros II. Laskaris (1254-1258) konnte der erfolgreiche Feldherr Michael Palaiologos die Regentschaft für den minderjährigen Johannes IV. Laskaris übernehmen, den er schließlich blenden und in ein Kloster schicken ließ und so die neue Dynastie der Palaiologen, die das Reich bis zu seinem Untergang regieren sollte, begründen. Michael VIII. Palaiologos (1259-1282) konnte eine Allianz seiner Gegner (Epiros, Fürstentum Achaia, Königreich Sizilien, Serbien und Bulgarien) 1259 in der Schlacht bei Pelagonia in Makedonien besiegen und 1261 durch einen glücklichen Zufall aus Konstantinopel wieder einnehmen. Seine Hauptsorge galt aber nun der Sicherung des europäischen Besitzstandes und vor allem der Hauptstadt gegen erneute Kreuzzugsversuche aus dem Westen (vor allem durch Karl I. Anjou, der die Staufer in Unteritalien ablöste); deshalb ging Michael VIII. 1274 auch die innenpolitisch höchst umstrittene Union von Lyon mit der Westkirche ein, um den Papst von der Unterstützung von Kreuzzügen abzuhalten. Als Karl I. Anjou dennoch einen Angriff vorbereitete, konnte die byzantinischen Diplomatie 1282 einen Aufstand in Sizilien (Sizilianische Vesper) in Gang setzen. Daneben aber vernachlässigten die Palaiologen die Grenzverteidigung im Osten, was den verschiedenen türkischen Staaten, die sich während des Zerfalls des Seldschukenreiches etablierten, die Expansion nach Westkleinasien ermöglichte, das sukzessive bis in die 1330er Jahre fast vollständig dem Reich verloren ging.
Während sich in Kleinasien auf dem ehemaligen Reichsgebiet verschiedene türkische Emirate etablierten (Menteshe, Aydin, Germiyan, Saruhan, Karasi und die Osmanen in Bithynien), leistete sich das Reich mehrere Bürgerkriege (die längsten zwischen Andronikos II. Palaiologos (1282-1328) und seinem Enkel Andronikos III. Palaiologos in den Jahren von 1321 bis 1328; zwischen Johannes V. Palaiologos und Johannes VI. Kantakuzenos von 1341 bis 1347 und 1353/1354); dabei suchten beide Parteien die Hilfe der Nachbarn (Serbien, Bulgaren, aber auch Aydin und Osmanen). Dies ermöglichte auch dem Serbenreich unter Stefan Uroš IV. Dušan zu beherrschenden Macht des Balkans aufzusteigen und Makedonien, Albanien und Thessalien zu erobern. Mit seiner Krönung zum Zaren der Serben und Selbstherrscher der Griechen beanspruchte Stefan Dušan auch den byzantinischen Kaiserthron und die Herrschaft über Konstantinopel (slawisch Zargrad). Es gelang ihm aber nicht einmal, die zweite Haupstadt Thessalonike zu erobern und sein Reich zerfiel nach seinem Tod 1355 in mehrere Teilstaaten. Während also die christliche Staatenwelt des Balkan zerstritten war, setzten sich ab 1352 die Osmanen auch in Europa fest und konnten in das noch byzantinische Thrakien expandieren, das sie bis in die 1370er Jahre großteils eroberten. Nach einem ersten Sieg über die Serben 1371 an der Maritza konnten sie sukzessive auch Makedonien einnehmen; das zu einem Kleinstaat gewordene Byzanz (Konstantinopel samt Umland, Thessalonike mit Umland, einige Ägäisinseln, Despotat von Mistra auf der Peloponnes) wurde den Osmanen tributpflichtig. Mehrmals ersuchte Byzanz im Westen um Hilfe und bot dafür sogar die Kirchenunion (1439 auf dem Konzil von Ferrara und Florenz) an, was jedoch am Widerstand der byzantinischen Bevölkerung scheiterte. Nach der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 und der Niederlage der westlichen Kreuzfahrer 1396 bei Nikopolis schien die Lage des Reiches aussichtslos, doch gewährte die Niederlage der Osmanen gegen Timur Leng bei Angora 1402 den Byzantinern einer kurze Atempause. Nachdem sich das Osmanenreich aber wieder stabilisiert hatte, wurde Konstantinopel wieder schnell zum Ziel der osmanischen Expansionspolitik und fiel nach einem ersten, erfolglosen Angriff im Jahre 1422 am 29. Mai 1453 nach knapp zweimonatiger Belagerung an Mehmed II. Die Stadt wurde drei Tage lang geplündert. Der letzte byzantinische Kaiser, Konstantin XI., fiel während der Kämpfe um die Stadt.
Der Fall von Byzanz ist ein Wendepunkt der Geschichte. Stefan Zweig schildert den historischen Moment in den "Sternstunden der Menschheit" in unvergleichlicher Form: "Etwas ganz Unwahrscheinliches hat sich begeben. Durch eine der vielen Breschen der Außenmauern sind unweit der eigentlichen Angriffsstelle ein paar Türken eingedrungen. Gegen die Innenmauer wagen sie sich nicht vor. Aber als sie so neugierig und planlos zwischen der ersten und der zweiten Stadtmauer herumirren, entdecken sie, daß eines der kleinen Tore des inneren Stadtwalls, die sogenannte Kerkaporta, durch ein unbegreifliches Versehen offen geblieben ist. Es ist an sich nur eine kleine Tür, in Friedenszeiten für die Fußgänger bestimmt, während jener Stunden, da die großen Tore noch geschlossen sind; gerade weil sie keine militärische Bedeutung besitzt, hat man in der allgemeinen Aufregung der letzten Nacht offenbar ihre Existenz vergessen."
Der 29. Mai gilt auch heute noch bei den Griechen als Unglückstag, denn es begann die lange türkische Fremdherrschaft, während der nur die Religion als bindende Kraft erhalten blieb. Bis 1461 wurden auch die restlichen Städte – wie Trapezunt am östlichen Schwarzen Meer und Misthra auf der Halbinsel Morea (Peloponnes) – ebenfalls erobert. Lediglich Monemvasia auf dem Peloponnes blieb frei und unterstellte sich 1464 dem Protektorat Venedigs. Das Byzantinische Reich, das sich als eines der langlebigsten der Weltgeschichte erwiesen hatte, war damit untergegangen.
Die Anfangs- und Enddaten der Unabhängigkeit der Hauptstadt, 395 und 1453, galten lange als zeitliche Grenzen des Mittelalters.
Das kulturelle Fortwirken von Byzanz
Das Byzantinische Reich führte die Kultur und das Wissen der Antike bis ins späte Mittelalter fort und gab es an die islamische Welt weiter. Byzantinische Flüchtlinge brachten die alten Schriften der griechischen Philosophen in die italienischen Städte und lösten dort – zusammen mit dem etwa gleichzeitig erfundenen Buchdruck – die Renaissance aus. Am längsten bestand die byzantinische Kultur auf dem damals noch venezianischen Kreta fort, das erst 1669 von den Osmanen erobert werden konnte.
Bis heute wirkt die byzantinische Kultur fort vor allem im Ritus der östlich-orthodoxen Kirchen. Durch byzantinische Missionsarbeit verbreitete sich das orthodoxe Christentum bei vielen slawischen Völkern und ist bis in die Gegenwart die vorherrschende Konfession in Osteuropa und Griechenland, wie auch in Teilen von Südosteuropa und Kaukasien, sowie bei den meisten arabischen Christen. Die byzantinische Kultur und Denkweise hat alle orthodoxen Völker tief geprägt.
Die slawischen Reiche auf dem Balkan und am Schwarzen Meer übernahmen neben der orthodoxen Kirche auch profane byzantinische Bräuche. Vor allem Russland sollte das Erbe des Byzantinischen Reiches fortführen. Schon im 9. Jahrhundert kamen die Rus mit Byzanz in Kontakt, und in Folge entwickelten sich – trotz immer wiederkehrender Versuche von Seiten der Rus Konstantinopel zu erobern – intensive wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen zwischen dem Byzantinischen Reich und der Kiewer Rus, die 988 zum Übertritt der Rus zum orthodoxen Glauben führten. In den folgenden Jahrhunderten wurden auf ostslawischem Gebiet zahlreiche prachtvolle Kirchen nach byzantinischem Vorbild gebaut, byzantinische Priester und Mönche brachten die kyrillische Schrift mit und machten die Russen mit rudimentärer griechischer Philosophie vertraut. Die russische Architektur und Kunst hat neben skandinavischen und slawischen vor allem byzantinische Wurzeln.
Nach dem Untergang des Byzantinischen Reichs übernahm dann das russische Moskowiterreich in vielen Teilen byzantinisches Zeremoniell. Der Patriarch von Moskau errang bald eine ähnlich prominente Stellung innerhalb der orthodoxen Kirche wie vormals der Patriarch von Konstantinopel. Moskau sah sich bald als Drittes Rom in der Nachfolge Konstantinopels. Iwan III., Herrscher des Großfürstentums Moskau, heiratete die Nichte von Konstantin XI., Zoe, und übernahm den byzantinischen Doppeladler als Wappentier. Iwan IV., genannt „der Schreckliche“, war der erste moskowitische Herrscher, der sich schließlich offiziell zum Zaren (Caesar) krönen ließ.
Die beinah kontinuierlich betriebene panslawistische Hegemonialpolitik Russlands kann in diesem Sinne als Fortwirken des römisch-byzantinischen Gedanken eines universalen Kaiserreichs interpretiert werden. Die russische Außenpolitik richtete sich vor allem gegen das Osmanische Reich und hatte bis in das 20. Jahrhundert hinein die Rückeroberung Konstantinopels für die orthodoxe Christenheit zum Ziel.
Aber auch die osmanischen Sultane betrachteten sich als legitime Erben des Byzantinischen Reiches, obwohl die seldschukischen und osmanischen Türken jahrhundertelang Erzfeinde der Rhomäer gewesen waren und das Byzantinische Reich letztlich vernichtet hatten.
Schon Sultan Mehmed II. bezeichnete sich als „Kayser-i Rum“ (Kaiser von Rom) - die Sultane stellten sich somit ganz bewusst in die Kontinuität des (Ost-)Römischen Reiches, um sich zu legitimieren. Das Osmanische Reich, das sich in der Auseinandersetzung mit Byzanz entwickelte, hatte mit diesem mehr als nur den geografischen Raum gemeinsam. Der Historiker Arnold J. Toynbee bezeichnete das Osmanische Reich - allerdings sehr umstritten - als Universalstaat des „christlich-orthodoxen Gesellschaftskörpers“. Eine staatsrechtliche Fortsetzung fand das byzantinische Reich jedenfalls nicht.
Zeittafel
- 326: Grundsteinlegung Konstantinopels
- 330: Am 1. Mai 330 wird Konstantinopel als Nova Roma Hauptstadt des Römischen Reiches
- 395: Reichsteilung
- 451: Konzil von Chalcedon
- 533: Der Feldherr Belisar erobert Karthago
- 535–555: Ostgotenkriege des Kaisers Justinian I.
- 582: Awaren und Slawen dringen auf dem Balkan vor
- 610: Die von Karthago aus operierende Flotte unter Herakleios besetzt Konstantinopel. Sturz und Hinrichtung des Kaisers Phokas. Herakleios wird Kaiser, Beginn des Mittelbyzantinischen Reiches. Griechisch wird Amtssprache, Kaisertitel Basileus statt Imperator.
- 611–619: Die Sassaniden überrennen die orientalischen Besitzungen von Byzanz
- 622: Beginn der byzantinischen Gegenoffensive unter Kaiser Herakleios
- 626: Awaren, Slawen und Perser belagern Konstantinopel, Verlust der letzten Besitzungen auf dem spanischen Festland an die Westgoten.
- 627: Sieg über die Sassaniden im Nordirak. Rückgabe aller eroberten Gebiete durch die Sassaniden. Byzanz ist alleinige Großmacht zwischen Gibraltar und dem Indus.
- 636: Niederlage bei der Schlacht am Jarmuk gegen die Araber. In den folgenden Jahren fallen sämtliche orientalischen Besitzungen an die Araber (bis 640 auch Ägypten und der Rest Syriens), ausgenommen Kleinasien. Ende der Spätantike.
- 697/698: Karthago fällt an die Araber. Endgültiger Untergang des byzantinischen Nordafrikas
- 730–843: Byzantinischer Bilderstreit
- 797: Kaiserin Irene: Erstmals Alleinregierung einer Frau im Römischen Reich. Der römische Papst nimmt dies zum Anlass, den Frankenkönig Karl zum römischen Kaiser zu krönen, da er die Herrschaft einer Frau nicht anerkennt.
- 860: Erster Flottenangriff der warägischen Rus auf Konstantinopel.
- 869: Photius-Schisma
- 872: Basileios I. besiegt und vernichtet die Paulikianer.
- 907: Flottenangriff der Rus auf Konstantinopel, der byzantinische Kaiser zahlt Tribut und bietet Handelsprivilegien an. Weitere Angriffe folgen 911 und 940.
- 944: Die Byzantiner erobern Edessa von den Arabern zurück
- 1018: Eroberung des Bulgarenreiches. Die Donaugrenze ist wiederhergestellt.
- 1054: Morgenländisches Schisma
- 1071: Niederlage bei Mantzikert gegen die Seldschuken
- 1096: Beginn des Ersten Kreuzzugs
- 1176: Byzantinische Niederlage bei Myriokephalon. Letzter ernsthafter Versuch einer byzantinischen Rückeroberung des türkischen Teils Kleinasiens
- 1186: Abfall Bulgariens von Byzanz. Die byzantinische Vorherrschaft auf dem Balkan ist beendet
- 1204: Eroberung von Byzanz im vierten Kreuzzug, Errichtung eines römisch-katholischen Gegenreichs
- 1261: Rückeroberung von Konstantinopel
- 1274: Auf dem Konzil von Lyons wird die Wiedervereinigung der West- und Ostkirche verkündet. Die Union scheitert jedoch nach kurzer Zeit.
- 1351: Der Hesychasmus wird anerkannt und revitalisiert die byzantinische Spiritualität.
- 1352: Übergreifen der Osmanen auf europäischen Boden. Bereits vorher ist Kleinasien verloren gegangen, mit Ausnahme einiger Enklaven
- 1439: Auf dem Konzil von Florenz wird die Wiedervereinigung der West- und Ostkirche verkündet. Die Union scheitert jedoch wiederum am Widerstand der einfachen Christen des Ostens.
- 29. Mai 1453: Konstantinopel wird von den Osmanen erobert.
- 1460: Die Osmanen erobern das byzantinische Despotat Morea auf dem Peloponnes.
- 1461: Eroberung des kleinen Kaiserreiches Trapezunt durch die Osmanen. Der letzte Kaiser, David Komnenos, wird später hingerichtet.
- 1923: nach dem Vertrag von Lausanne werden etwa 1,5 Millionen Griechen und griechisch-orthodoxe Türken aus Kleinasien nach Griechenland zwangsumgesiedelt, desgleichen etwa 0,5 Millionen Türken und muslimische Griechen aus Griechenland in die Türkei.
Siehe auch
- Byzantinische Kaiser
- Ämter und Titel im byzantinischen Reich
- Byzantinische Kunst
- Byzantinischer Bilderstreit
- Zirkusparteien
Literatur
Quellen
- Anna Komnene: Alexias, dt. Übersetzung von Diether Roderich Reinsch, DuMont, Köln 1996. ISBN 3-7701-3492-3 http://www.fordham.edu/halsall/basis/AnnaComnena-Alexiad.html (englische Übersetzung)
- Maurikios: Strategikon. ISBN 0812217721. (englische Übersetzung)
- [http://homepage.mac.com/paulstephenson/trans.html Quellen in englischer Übersetzung]
Sekundärliteratur
Allgemein sei auch auf die Byzantinische Zeitschrift als erste Informationsquelle hingewiesen.
- Zum Nachschlagen:
- The Oxford dictionary of Byzantium. 3 Bände. New York, Oxford University Press 1991, ISBN 0-19-504652-8
- In deutscher Sprache:
- Ludwig Wamser (Hrsg.): Die Welt von Byzanz - Europas östliches Erbe: Glanz, Krisen und Fortleben einer tausendjährigen Kultur, Archäologische Staatssammlung München - Museum für Vor- und Frühgeschichte München vom 22. Oktober 2004 bis 3. April 2005, Schriftenreihe der Archäologischen Staatssammlung 4, Theiss, Stuttgart 2004. ISBN 3806218498.
- Ralph-Johannes Lilie: Byzanz – Das zweite Rom, Berlin 2003, ISBN 3-886-80693-6. Jüngste und umfangreichste Darstellung der Geschichte von Byzanz in deutscher Sprache. Dort findet sich auch weiterführende Literatur.
- Ralph-Johannes Lilie: Byzanz und die Kreuzzüge, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-017033-3
- Georg Ostrogorsky: Geschichte des byzantinischen Staates, Handbuch der Altertumswissenschaft XII 1.2, 3. Auflage, München 1963. ISBN 3-4060-14143 Veraltete Darstellung, dennoch gut lesbar. (als Sonderausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat: Byzantinische Geschichte 324 bis 1453, München 1996. ISBN 3-406-39759-X)
- Steven Runciman: Die Eroberung von Konstantinopel. ISBN 3-406-02528-5 Das Standardwerk zum Thema.
- Steven Runciman: Byzanz. Von der Gründung bis zum Fall Konstantinopels. Zürich 1969
- Peter Schreiner: Byzanz, Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 2. Aufl., München 1994. ISBN 3-486-530720. Gute und knappe Einführung mit Forschungsteil.
- John Haldon: Das Byzantinische Reich, Düsseldorf 2002. ISBN 3538071403. Detailstudie einiger Aspekte der Geschichte und Kultur von Byzanz.
- Andre Ducellier: Byzanz. Das Reich und die Stadt, Ullstein, Berlin 1999. ISBN 3-548-26555-3
- John J. Norwich: Byzanz - Aufstieg und Fall eines Weltreichs, Berlin 2002. ISBN 3-549-07156-6. Gute populärwissenschaftliche Byzanzchronik
- Nur in englischer Sprache erhältliche Bücher:
- John Haldon: Warfare, State and Society in the Byzantine World. 1999, ISBN 1-857-28495-X. Umfangreiche und tiefgreifende Studie über das byzantinische Militär
- John Haldon: The Byzantine Wars. ISBN 0-752-41795-9. Überblick über die byzantinischen Kriege
- John Haldon: Byzantium at War. ISBN 1-841-76360-8. Populärwissenschaftliche Einführung in das byzantinische Militärwesen
- Dimitri Obolensky: Byzantium and the Slavs. ISBN 0-881-41008-X. Studie zum byzantinischen Erbe bei den slawischen Völkern
- Cyril Mango (ed.), The Oxford history of Byzantium, Oxford 2002, ISBN 0-19-814098-3
Weblinks
- [http://www.fordham.edu/halsall/byzantium/texts/byzhistorio.html Knapper Quellenüberblick von Prof. Halsall]
- [http://www.fordham.edu/halsall/byzantium Wissenschaftliches Internetportal zur byzantinischen Geschichte (englisch)]
- [http://www.fordham.edu/halsall/medweb Linkliste zum byzaninischen Reich (englisch)]
- [http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifa/byzneograez/byzantinistik/links/d_byz_links.htm Byzantinistik-Linkliste der Universität Köln]
- [http://www.ub.uni-konstanz.de/fi/arc/byzantinistik.htm Byzantinistik-Linkliste der Universität Konstanz]
- [http://www.geocities.com/Athens/Oracle/7823/germ/eroberung.html Die Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453]
- [http://www.messala.de/byzantinische_geschichte.htm Byzantinische Geschichte]
- [http://janeden.org/2176 Bildungsgeschichte des byzantinischen Reiches]
- [http://www.byzantium.de.vu Informative Seite über Byzanz]
- [http://www.univie.ac.at/byzneo/ Seite des Instituts für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien mit Links zu weiteren Forschungseinrichtungen, Projekten und Informationen über verschiedene Aspekte von Byzanz]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/_byzanz/ Byzanz - eine Materialsammlung]
- [http://www.antikefan.de/kulturen/byzanz.html Das byzantinische (oströmische) Reich]
!
Kategorie:Staat (historisch)
ja:東ローマ帝国
ko:비잔티움 제국
ChronistEine Chronik (v. griech.: chronika (biblia) zu chronos = Zeit) ist eine geschichtliche Darstellung, die die Ereignisse in zeitlich genauer Reihenfolge darstellt.
Die Chronik eines Ereignisses beschränkt sich weitgehend auf die - chronologische - Darstellung von Daten sowie des Faktenmaterials. Insofern unterscheidet sie sich von der Geschichte, die das Geschehene unter Herstellung von Bezügen und Zusammenhängen zu verstehen, beschreiben und erklären sucht. Solche haben wir unter anderem im Mittelalter von den Chronisten zum Beispiel wie Gregor von Tours, Fulcher von Chartres, Lambert von Hersfeld oder Thietmar von Merseburg.
Als Publikation ist eine Chronik ein Nachschlagewerk, das nicht nach dem Alphabet, sondern nach der Zeitachse gegliedert ist. In digitalen Nachschlagewerken ist diese Funktion durch gezielte Datenbankabfrage gut als Zusatznutzen möglich; somit ist die Wikipedia auch eine Chronik.
Siehe auch:
- Annalen, Chronologie, Hermeneutik, Geschichtswissenschaft, Geschichte der Geschichtswissenschaft, Geschichtsschreibung
- Reimchronik
!
Kategorie:Geschichtswissenschaft
ja:年代記
IkonoklasmusUnter Ikonoklasmus (zu altgr. εικών, "Bild", "Abbild" und κλαστειν, "zerbrechen") versteht man
# im ursprünglichen Sinne die Zerstörung heiliger Bilder (Bildersturm) oder Denkmäler der eigenen Religion, insbesondere in der christlichen Religion;
# in einer erweiterten Bedeutung die Bilderfeindlichkeit oder Bilderfurcht (Ikonophobie) einer Kultur oder Institution an sich; so ist beispielsweise die Aufklärung per se ein Entbilderungsunternehmen.
Die Zerstörung, Entweihung und Entfernung fremder Bildwerke und Symbole hingegen wird im engeren Sinn nicht als Ikonoklasmus, sondern als Kulturvandalismus bezeichnet. Dieser ist kennzeichnend für jegliche gewaltsame Auseinandersetzung um die Vormacht bis zur Gegenwart.
Erst mit dem Schwinden des differenzierenden religiösen Umgangs mit Bildwerken in der Gegenwart, verbunden mit dem Heraufkommen einer quasireligiösen Hochschätzung alles historisch Überlieferten als "Kunst- und Kulturgut", wird auch – im weiteren Sinn – der Begriff Ikonoklasmus oder Bildersturm für die Zerstörung jeglichen Bildwerks gebraucht.
Die Bilderstürmer werden Ikonoklasten, die Bilderverehrer dagegen Ikonodulen genannt.
Christlicher Ikonoklasmus
Zum Ikonoklasmus in der Orthodoxen Kirche siehe byzantinischer Bilderstreit.
Der Bildersturm der Reformationszeit
Einige Reformatoren des 16. Jahrhunderts wirkten auf ihre Anhänger ein, Kunstwerke mit Darstellungen von Gott und so genannten Heiligen zu zerstören, da es sich dabei teils um Götzenbilder teils um eine Missachtung des 2. Gebots, [http://www.bibel-online.net/buch/02.2-mose/20.html#20,4 2.Mose (Exodus) 20,4-6], handele.
Vor allem gemäßigte Reformatoren im Umfeld von Martin Luther erlaubten Bilder im Sinne einer Laienbibel als Alternative für das leseunkundige Volk; demgegenüber traten andere wie etwa Andreas Karlstadt und Thomas Müntzer für ein totales Bilderverbot ein. Martin Luther hat Bilder nicht generell verboten, sprach sich aber gegen Götzen aus Stein und Holz, die man anbetet, und gegen den Glauben an "wunderkräftige" Bilder aus.
Huldrych Zwingli und Johannes Calvin plädierten für ein totales Bilderverbot in Kirchen, denn sie wollten die Gebäude im Sinne der Reinheit des christlichen Glaubens gemäß der reformierten Verinnerlichung und Anbetung umgestalten. Zwingli hat alle Bilder verboten, die in Kirchen verehrt und beweihräuchert werden und auf denen Gott, Christus oder Heilige dargestellt sind. Calvin verdammte die christliche Kunst, weil sie von der Predigt ablenke, zum Götzendienst verführe und den Menschen ein falsches Bild von Gott vermittele.
Beispiel für den erbitterten Streit von Lutheranern und Reformierten um das Bilderverbot ist die Auseinandersetzung über einen Hochaltar in Danzig um 1600 - siehe Jakob Adam.
In England ließ Heinrich VIII. zwischen 1535 und 1540 die Klöster auflösen und deren Kunstschätze in Frankreich versteigern.
Islamischer Ikonoklasmus
Im Islam besteht das Verbot figürlicher Darstellungen vor allem in den Moscheen. Im Wesentlichen geht dies auf dasselbe Verbot zurück, das von Allah (Gott) an Musa (Moses) übermittelt wurde wie im Juden- und Christentum.
Gelegentlich finden sich muslimische ikonoklastische Übergriffe gegen heilige Bildwerke anderer Religionen.
Ein Beispiel ist die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban im Jahr 2001.
Ikonoklasmen anderer Kulturen
- Ägypten: Zerstörung aller Statuen von Hatschepsut durch ihren Nachfolger Tutmosis
- Ikonoklasmus im frühen Christentum etc.
Siehe auch
- Vandalismus
- Bilderverehrung
Kategorie:Christentumsgeschichte
Kategorie:Ikonografie
ja:聖像破壊運動
ko:성상파괴운동
WeltchronikEine Weltchronik war ein für das Mittelalter typisches Geschichtswerk, das den Anspruch erhob, die gesamte Weltgeschichte von der Erschaffung der Welt oder des Menschen über die Antike bis in die jeweilige Gegenwart des Chronisten zu schildern. Den Schwerpunkt der Darstellung bildeten meist die Herrschergeschichten der griechisch-römischen und der christlichen Ära.
Viele Weltchroniken wie etwa die "Chronica sive Historia de duabus civitatibus" des Otto von Freising versuchten ihrer Zeit einen Platz im göttlichen Heilsplan zuzuweisen.
Ein bedeutenes Werk ist die Annalista Saxo aus dem Kloster Berge zu Magdeburg.
Literatur
- KRÜGER, Karl Heinz: Die Universalchroniken Typologie des sources du moyen age occidental, Turnhout 1985.
Kategorie:Chronik (Literatur)
284
Politik und Weltgeschehen
- 20. November - Diokletian wird römischer Kaiser (bis 305). Ende der Zeit der Soldatenkaiser.
-
- Numerian, römischer Kaiser
ko:284년
285
Politik und Weltgeschehen
- Kaiser Diokletian besiegt seinen Rivalen Carinus und regiert nunmehr unangefochten als Kaiser.
-
- Carinus, römischer Kaiser
ko:285년
Priscus
Priscus (griech. Priskos) war ein aus Panium in Thrakien stammender oströmischer Diplomat und Historiker des fünften Jahrhunderts nach Christus; er starb wohl um das Jahr 472. Sein auf Griechisch verfasstes Geschichtswerk ist verloren, doch sind wichtige Teile – etwa der Bericht über seine Teilnahme an einer Gesandtschaftsreise zu Attila – als Fragmente erhalten geblieben. Priscus kann als einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber der Spätantike gelten, die bei anderen Autoren überlieferten Passagen aus seinem Werk stellen sehr wichtige Quellen für die Geschichte des 5. Jahrhunderts dar.
Literatur
- R.C. Blockley: The Fragmentary Classicising Historians of the Later Roman Empire, Bd. 2, Liverpool 1983, ISBN 0-905-20515-4.
Weblinks
- [http://ccat.sas.upenn.edu/jod/texts/priscus.html Priscus am Hofe Attilas (englisch)]
Kategorie:Spätantike
Kategorie:Historiker
Prokopios von CaesareaProkopios von Caesarea ( - um 500; † um 562), auch Prokop genannt, war ein spätantiker oströmischer Historiker des 6. Jahrhunderts n. Chr. und einer der bedeutendsten der gesamten Antike.
Prokopios stammte wohl aus einer privilegierten hellenisierten Familie aus Caesarea Maritima in Palästina und genoss eine rhetorische Ausbildung (vermutlich in Beirut). 527 bis 540 oder 542 war er Consiliarius und Rechtsbeistand des oströmischen Feldherren Belisar. Durch seine Hände ging damit wohl auch die gesamte Feldpost, daher war er zumindest über die militärischen Vorgänge hervorragend informiert. Allerdings zeigt sich oft auch ein gewisser Hang zu Anekdoten, und seine Angaben über fremde Völker sind von mitunter zweifelhaftem Wert.
Kriegsgeschichte
Prokop verfasste um 550 auf Griechisch eine achtbändige Kriegsgeschichte (Bella) der Kriege Kaiser Justinians I. bis ins Jahr 549 (Osten) bzw. 553 (im Westen).
Buch I und II behandeln den persischen Kriegsschauplatz (Sassaniden), Buch III und IV die Kriege in Nordafrika gegen die Vandalen, V bis VII die Kriege gegen die Ostgoten in Italien. Buch VIII entstand später als die ersten sieben Bücher und bietet eine Zusammenfassung der weiteren militärischen Auseinandersetzungen an verschiedenen Kriegsschauplätzen bis zum Jahr 553. Diese Bella oder Historien sind nach dem Vorbild Appians aufgebaut (geographische Gesichtspunkte), stilistisch sind sie an Thukydides und Herodot orientiert und bewegen sich auf einem hohen Niveau.
Die Frage nach der genauen Datierung der Werke ist seit langem strittig - eine Frühdatierung (alles bis 553) steht einer Spätdatierung (Bauwerke und Geheimgeschichte erst um 560) gegenüber, ohne dass eine eindeutige Antwort möglich wäre. In aller Regel nimmt man an, dass Prokop noch vor Justinians Tod 565 starb; so fehlt jeglicher Hinweis auf den Friedensschluss mit den Sassaniden im Jahr 562, den Prokop wohl mit Sicherheit erwähnt hätte, wenn er ihn noch erlebt hätte.
Bauten und Geheimgeschichte
Prokops andere beiden bekannten Werke sind De Aedificiis (Bauten) und die so genannten Geheimgeschichte (Historia Arcana bzw. Anekdota, erstmals so genannt in der mittelbyzantinischen Suda). In der wohl zwischen 553 und 555 verfassten Auftragsarbeit der Bauten, in der Prokop in sechs Büchern auf das umfassende Bauprogramm des Kaisers in Konstantinopel (Buch I) und den Provinzen (außer Italien) einging, wird Justinian (aber vor allem Belisar) panegyrisch gelobt. Die Bücher 5 und 6 sind vielleicht nicht vollendet worden, sondern blieben womöglich im Entwurfsstadium (hierfür spricht die notizartige Abfassung).
Demgegenüber ist die Geheimgeschichte, die wahrscheinlich nicht zu Lebzeiten des Kaisers (und Prokops) veröffentlicht und entweder 550 oder 558 verfasst wurde, eine reine Skandalgeschichte und Schmähschrift (Psogos). Entweder sollte der Text später, nach Justinians Tod, in die Bella integriert werden, oder er war von Anfang an als eine Geheimschrift für oppositionelle Zirkel gedacht. In ihr werden Justinian I. und seine Frau Theodora I., aber auch Belisar und seine untreue Frau Antonina gegeißelt. Auch wenn die Anekdota und das konträre Bild Justinians in den Bauten vielleicht ein schiefes Licht auf Prokops Charakter werfen, ist er dennoch die wichtigste Quelle für die Regierungszeit Justinians. Averil Cameron hat versucht, die Widersprüche zwischen den Werken damit zu erklären, dass Prokop geglaubt habe, nur auf diese Weise ein vollständiges Abbild seiner Zeit liefern zu können.
Prokop erwähnt wiederholt seine Absicht, auch eine Kirchengeschichte zu schreiben, doch falls er seinen Plan verwirklicht haben sollte (was unwahrscheinlich ist), so ist das Werk komplett verloren.
Prokops Stil und Intention
Das Niveau der Darstellung in Prokops Werken, hier vor allem die Kriegsgeschichte, ist insgesamt als sehr hoch anzusetzen; tatsächlich war er neben Ammianus Marcellinus der einzige Historiker der Spätantike, der sich mit den berühmten klassischen Vorbildern (Herodot, Thukydides, Polybios und Tacitus) messen konnte. Prokop diente nachweislich vielen nachfolgenden Autoren als Vorbild und Quelle; auch in der modernen Forschung wird sein Wert in der Regel als sehr hoch veranschlagt.
Prokop verwendete eine kraftvolle Sprache, allerdings mit vielen Klassizismen, und schrieb guten attischen Stil, was eine Lektüre erschwert haben dürfte, ausgenommen natürlich für die gebildetere Oberschicht, auf die Prokops Darstellung auch abzielte. Das Alltagsgriechisch seiner Zeit hatte sich hingegen bereits recht stark gewandelt, kann aber noch als Altgriechisch bezeichnet werden. Sein Bericht ist gewürzt mit vielen Anekdoten, und er hatte ein klares (aber nicht immer objektives) Urteil. Er baute auch versteckte Kritik an der Person Justinians I. (den er in der Geheimgeschichte als "Dämonenfürst" verunglimpft) mit ein, später kritisierte er auch Belisar, den er zuerst in den höchsten Tönen gelobt hatte.
In den Kriegsgeschichten bleibt Prokop zumindest oberflächlich objektiv und hat einen klaren Blick für die Ereignisse. Prokops Kritik ist dabei zu einem guten Teil Personenkritik. Er kritisierte nie die Institution des Kaisertums an sich, sondern nur die Politik Justinians, dem er oft Zögerlichkeit oder Misstrauen gegenüber seinen Generälen vorwarf, womit die Kriegsanstrengungen Ostroms (und damit die Bemühungen von Prokops Helden Belisar) gehemmt wurden. Prokop stand den konservativen Senatskreisen nahe, deren Interessen durch die teilweise harte Politik Justinians tangiert wurden. In religiösen Fragen stand Prokop hingegen für ein tolerantes Christentum ein und dürfte an der rigiden Religionspolitik des Kaisers keinen Gefallen gefunden haben (vgl. auch Averil Cameron, Procopius). Dass er, wie früher oft vermutet wurde, in Wahrheit ein "Heide" gewesen sei, ist allerdings sehr unwahrscheinlich.
Wie John B. Bury in seiner History of the Later Roman Empire (Geschichte des spätrömischen Reiches) so treffend formulierte: It was one of the glories of Justinian's age to have produced a writer who must be accounted the most excellent Greek historian since Polybius... (Bury: History of the later Roman Empire. Bd. II., S. 419): Es war eine der Errungenschaften des justinianischen Zeitalters, einen Schreiber hervorgebracht zu haben, der als der hervorragendste griechische Historiker seit Polybios angesehen werden muss...
Allerdings gibt es Indizien dafür, dass Prokop selbst am Ende seiner Tätigkeit den von ihm gepflegten klassizistischen Stil vielleicht als nicht mehr zweckmäßig ansah. Die Katastrophen, die das oströmische Reich heimgesucht hatten (Pestepidemien, Erdbeben, Barbareneinfälle), konnten nicht mehr nach klassischen Denkmustern erklärt werden, so dass Prokop als Erklärungsansatz auf das mit menschlicher Logik nicht erklärbare Walten Gottes hinwies. Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass die Geschichtsschreibung nach klassischem Vorbild in Ostrom bald darauf für lange Zeit verstummte, und stattdessen die Kirchengeschichte an Boden gewann (so zumindest Mischa Meier: Prokop, Agathias, die Pest und das `Ende` der antiken Historiographie, in: Historische Zeitschrift 278 (2004), S. 281–310, speziell S. 290 ff. [Meiers Thesen sind aber in vielem nicht unproblematisch und bedürfen noch weiterer Diskussion]). Keiner seiner Nachfolger erreichte wieder sein Niveau: Prokops Werk wurde von Agathias fortgesetzt, dieser von Menandros Protektor, an den wiederum als letzter spätantiker Historiker Theophylaktos Simokates anknüpfte. Damit endete zu Beginn des 7. Jahrhunderts dann auch die Tradition der antiken Historiographie.
Literatur
Quellen
- J. Haury (Hg.): Procopii Caesariensis Opera omnia, 4 Bde., Leipzig 1905-1913 (ND mit Ergänzungen und Korrekturen von G. Wirth, Leipzig 1962-1964). Griechischer Text in der maßgeblichen Edition.
- Procopius. Buildings, History of the Wars, and Secret History, hg. von H. B. Dewing und G. Downey, Loeb Classical Library, 7 Bde., Cambridge/MA 1914-40. Griechischer Text mit englischer Übersetzung.
- Prokopios von Caesarea: Werke (gr.-dt.), übersetzt und herausgegeben von Otto Veh, 5. Bde. (Bücherei Tusculum), München 1961-77. Eine leider sehr ungenaue Übersetzung. Bei ernsthafter Beschäftigung und mangelnden Griechischkenntnissen sollte man nach Möglichkeit die englische Übersetzung von Dewing (s. o.) benutzen.
Sekundärliteratur
- Hans-Georg Beck: Kaiserin Theodora und Prokop – Der Historiker und sein Opfer, München 1986.
- Dariusz Brodka: Die Geschichtsphilosophie in der spätantiken Historiographie. Studien zu Prokopios von Kaisareia, Agathias von Myrina und Theophylaktos Simokattes [Studien und Texte zur Byzantinistik 5], Frankfurt am Main 2004.
- Averil Cameron: Procopius and the Sixth Century, Berkeley 1985.
- Geoffrey Greatrex: Recent work on Procopius and the composition of Wars VIII; in: BMGS 27 (2003), S.45-67. Hervorragender Überblick über den aktuellen Forschungsstand.
- Anthony Kaldellis: Procopius of Caesarea. Tyranny, History, and Philosophy at the End of Antiquity, Philadelphia 2004. Kaldellis versteht Prokop vornehmlich als Sprachrohr einer heidnischen aristokratischen Opposition gegen Justinian und versucht, dies durch angebliche verborgene Hinweise in seinen Werken nachzuweisen. Seine Thesen richten sich vor allem gegen die Ansichten von Cameron und bedürfen noch der weiteren Diskussion.
- John Martindale: The Prosopography of the Later Roman Empire IIIb, Cambridge 1992, S. 1060–1066.
- Mischa Meier: Prokop, Agathias, die Pest und das ′Ende′ der antiken Historiographie, in: Historische Zeitschrift 278 (2004), S. 281-310.
- Berthold Rubin, Prokopios, in: Pauly-Wissowa RE 23.1, (1957), Spalten 273–599. Rubin kann als der wohl beste Kenner Justinians und Prokops in der älteren Forschung angesehen werden. Obwohl in Teilen überholt (vor allem durch die Arbeit von Cameron), ist der Artikel dennoch hoch informativ.
Weblinks
-
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Procopius/Anecdota/home.html Prokops Geheimgeschichte (englische Übersetzung von Dewing)]
- [http://www.fordham.edu/halsall/basis/procop-anec.html Die Geheimgeschichte in einer anderen englischen Übersetzung.]
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Procopius/Buildings/home.html Prokops Bauten (englische Übersetzung von Dewing)]
Kategorie:Mann
Kategorie:Historiker
Kategorie:Spätantike
813
Politik und Weltgeschehen
- Kaiser Karl der Große erhebt seinen Sohn Ludwig zum Mitkaiser und Reichserben
- Von der Synode in Mainz wird eine allgemeine öffentliche Weihnachtsfeier beschlossen (bis 1773 vier Feiertage)
- Belagerung von Konstantinopel (813) durch die Bulgaren
- Wandalbert von Prüm, Mönch und Schriftsteller († 870?)
- Kalif al-Amin (seit 809) wird von seinem Bruder Al-Ma'mun gestürzt und getötet ( - 787)
ko:813년
Anastasius BibliothecariusAnastasius Bibliothecarius († 879), als Anastasius III. im Jahre 855 kurze Zeit Gegenpapst, war ein Geistlicher und Kirchenschriftsteller des 9. Jahrhunderts. Sein Name bedeutet: der Auferstandene (griech.)
Anastasius wurde durch Papst Leo IV. zum Kardinalpriester von St. Marcellus ernannt, jedoch im Jahre 850 seines Amtes enthoben, exkommuniziert und 853 mit dem Anathema belegt. Unterstützt von der Partei des Kaisers Lothar I. versuchte er, sich als Gegenpapst gegen Benedikt III. zu behaupten und ließ diesen im September 855 gefangensetzen. Angesichts des massiven Widerstands der Bevölkerung wurde Benedikt III. jedoch befreit und am 29. September 855 geweiht.
Anastasius fand sich mit seiner Niederlage ab. Im Jahre 867 wurde er von Papst Hadrian II. zum Bibliothekar der römischen Kirche ernannt, was ihm den Beinamen Bibliothecarius einbrachte.
Anastasius Bibliothecarius stellte zwischen 873 und 875 eine Chronik, die Historia tripartita, in lateinischer Sprache zusammen, die auf den griechischen Chroniken von Georgius Syncellus, Theophanes und des Patriarchen Nikephoros basierte.
Weblinks
- [http://www.bautz.de/bbkl/a/anastasius_bibliothecarius.shtml Bautz Biografisch-Bibliografisches Kirchenlexikon]
Kategorie:Mann
Kategorie:Gegenpapst
Kategorie:Gestorben 879
Harry TurtledoveHarry Turtledove ( - 14. Juni 1949 in Los Angeles) ist ein amerikanischer Historiker und Roman-Schriftsteller, der sich auf die Genres Alternate History und Fantasy spezialisiert hat.
Fantasy im August 2005]]
1977 promovierte er in byzantinischer Geschichte über die Nachfolger Justinians und übersetzte die Chronik des Theophanes ins Englische. Seit 1979 veröffentlichte er zahlreiche Romane und Kurzgeschichten, bis 1979 unter dem Pseudonym Eric G. Iverson. Seine wohl bekannteste Reihe ist The Great War, eine Alternativwelt, in der die Konföderierten Staaten von Amerika den Sezessionskrieg gewonnen haben und die Nordstaaten eine Allianz mit dem wilhelminischen Deutschland eingehen. Den 1. Weltkireg gewinnen Deutschland und die USA - woraufhin es in der Konföderation zu einer Krisenzeit kommt und schließlich ein an Adolf Hitler erinnernder Politiker mit Namen Jake Featherston eine Diktatur errichtet und auf Rache sinnt. Andere Bücher von Turtledove behandeln unter anderem ein Fantasy Byzanz (Time of Troubles; Videssos-Reihe).
Für seine Romane gewann er zahlreiche Auszeichnungen in seinen Literaturgattungen. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren alternativer Geschichtsromane (siehe auch Virtuelle Geschichte).
Weblinks
- [http://www.sfsite.com/~silverag/turtledove.html Homepage (englisch)]
Turtledove, Harry
Turtledove, Harry
Turtledove, Harry
Turtledove, Harry
Turtledove, Harry
Turtledove, Harry
Turtledove, Harry
Kategorie:HistorikerHauptartikel: Historiker
Kategorie:Personen nach Beruf
Kategorie:Wissenschaftler
Kategorie:Geschichtswissenschaft
ko:분류:역사가
Indian Pacific
Indian-Pacific Railway ist der Name einer Eisenbahnverbindung, die in west-östlicher Richtung von Sydney nach Perth durch Australien verläuft. Weitere Halte sind Broken Hill, Melbourne, Adelaide und Kalgoorlie. Die Fahrzeit für die 4352 km lange Strecke beträgt ca. 65 Stunden.
Die Transaustralische Eisenbahn gilt in ihrem Streckenabschnitt durch die Nullarbor-Wüste (478 km) als längste gerade verlaufende Bahnstrecke der Welt. Sie hat heute vor allem Bedeutung im Güterverkehr und für den Tourismus.
Weblinks
- http://www.gsr.com.au/indian/index.htm
- http://www.natrailmuseum.org.au/common/nrm_a01_index.html
- http://perthtrains.tripod.com/indian_pacific.html
Kategorie:Australien
Kategorie:Bahnstrecke
ja:インディアンパシフィック
online casinos appartamenti bruxelles cheap holidays lanzarote praca za granic szkoy policealne
|
|
|
| :: RELATED NEWS :: |
Falls City
Falls City is the name of several places in the United States:
- Falls City, Nebraska
- Falls City, Oregon
- Falls City, Texas
Falls City is also a nickname of Louisville, Kentucky, as it is situated at the Fall
|
Alfred Sherwood Romer
Alfred Sherwood Romer (December 28, 1894 - November 5, 1973) was an American paleontologist and comparative anatomist and a specialist in vertebrate evolution.
Alfred Romer was born in
|
Roy Romer
Roy R. Romer (born October 31, 1928 in Garden City, Kansas) was the 39th governor of Colorado.
Romer was first elected in 1986, re-elected in 1990 and 1994; he was the last Colorado governor to serve three terms. He was Colorado State Treasurer from
|
Beagling
Beagling has been referred to as "the poor person's fox hunting", as a beagle pack (30-40 hounds) is followed on foot, not horseback. Equally true, beagling is often enjoyed by 'retired' fox hunters who have either sustained too many injuries or have lost the agility to ride horseback and simply enjoy the outdoors and the camaraderie of the hunt.
When Beagling, the usual quarry is the
|
153 Hilda
153 Hilda is a very large asteroid orbiting in outermost Main belt. Because it is composed of primitive carbonates, it has dark-colored surface.
Hilda gives its name to an asteroid group called Hilda asteroids (or shorter Hildas). It is not an asteroid family since the members are not physically rela
|
Premier Development League
The USL Premier Development League (PDL) is the amateur league of the United Soccer Leagues in the United States and Canada, forming part of the American Soccer Pyramid. It is popular with U.S. college players since they can play in it during the summer months and still maintain their collegiate eligibility. A maximum of eight players on each team's 26-man roster can be o
|
Prynne
J. H. Prynne (born 1936) is a British poet closely associated with the British Poetry Revival.
Prynne's early influences include Charles Olson and Basil Bunting. His first book, Force of Circumstance and Other Poems was published in 1962. His Poems<
|
Fallsburg
Fallsburg is a town located in Sullivan County, New York. As of the 2000 census, the town had a total population of 12,234. The town takes its name from a waterfall on the Neversink River.
The Town of Fallsburg is in the eastern part of the county.
History
The town was created in 1826 from parts of the Towns of October 31, 1928 in Garden City, Kansas) was the 39th governor of Colorado.
Romer was first elected in 1986, re-elected in 1990 and 1994; he was the last Colorado governor to serve three terms. He was Colorado State Treasurer from
|
Ch'i-kung
Qigong () is an increasingly popular aspect of Chinese medicine involving the coordination of different breathing patterns with various physical postures and motions of the body. Qigong is mostly taught for health maintenance purposes, but there are also some who teach it, especially in China, for therapeutic interventions. Various forms of traditional qigong are also widely taught in conjunction with Chinese martial arts, and are especially prevalent in the advanced training of wha
|
|