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HerodianosFür den Grammatiker siehe Aelius Herodianus.
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Herodian oder Herodianus (von ca. 178 bis 240) stammte vielleicht aus Syrien und war wahrscheinlich ein kaiserlicher Freigelassener, der im Römischen Reich in der niederen Verwaltung tätig war. Er schieb in griechischer Sprache eine Römische Geschichte in acht Büchern über die Jahre von 180 bis 238, die Zeit vom Tode des Kaisers Marcus Aurelius bis zum Tode des Kaisers Maximinus Thrax. Sein Werk ist nicht absolut zuverlässig, da er nicht alle seine Quellen sorgfältig prüfte, und gilt aus heutiger Sicht als moralisierend, allerdings auch als farbenreich. Der relativ vorurteilsfreie Bericht über Elagabalus ist nützlicher ist als der von Cassius Dio. Auch ansonsten ist er eine nicht unwichtige Quelle, zumal Cassius Dio nicht vollständig erhalten ist. Spätere Historiker wie Ammianus Marcellinus dürften Herodian als Quelle genutzt haben.
Edition
Herodianus: Ab excessu divi Marci libri octo, hrsg. v. Kurt Stavenhagen (Bibliotheca scriptorum Graecorum et Romanorum Teubneriana), Stuttgart 1967.
Weblinks
- [http://www.livius.org/he-hg/herodian/herodian.html Herodian bei Livius.org]
Kategorie:Mann
Kategorie:Römer
Kategorie:Römische Geschichte
Kategorie:Historiker
Kategorie:Antike (Literatur)
Grammatik
Als die Grammatik (lat. ars grammatica, griech. techne grammatike, von gramma- der Buchstabe) bezeichnet man den Teil der Linguistik, der sich mit der Struktur der Sprache befasst. Grammatik umfasst Phonologie ("Lautlehre"), Morphologie ("Formenlehre"), Syntax ("Satzlehre") und Orthographie. Im 20. Jahrhundert ist die Grammatik mit der Textgrammatik über den Satz als größte zu untersuchende Einheit hinausgegangen.
In der Grammatik werden historisch gewachsene Regularitäten beschrieben (deskriptive Grammatik), traditionell wurden auch Regeln festgelegt (präskriptive oder vorschreibende Grammatik). Neuere Ansätze versuchen auch Erklärungen zu liefern, etwa durch Rückgang auf die sprachlich zu bewältigenden Aufgaben oder Zwecke (funktionale Grammatiken) oder durch Prinzipien der sprachlichen Form (formale Grammatiken), für die von Chomsky eine genetische Grundlage und somit Universalität für alle menschlichen Sprachen angenommen wird (->Generative Grammatik). Fast die gesamte Grammatikschreibung ist auf geschriebene Sprache, auf Texte als Daten fixiert.
Erst in jüngerer Zeit wird auch die Grammatik der gesprochenen Sprache zum Forschungsgegenstand (Wie kommt man zu Wort? Welche Mittel werden für den Sprecherwechsel eingesetzt? Wie wird mit der Intonation gewichtet? etc.).
Dass Sprache Mustern folgt, nicht festgesetzten Regeln, zeigt auch der poetische Sprachgebrauch. Dialekte und Soziolekte können spezifische grammatische Merkmale haben. Im Bereich des Deutschen hat das Bayrische viele grammatische Besonderheiten (z.B. doppelter Artikel) sowie Ethnolekte oft eigene grammatische Regeln. Formbezogene Grammatikmodelle sind die Dependenzgrammatik, die Konstituentenstrukturgrammatik und Universalgrammatik.
Funktionale Grammatiken sehen in der Tradition Wegeners, Bühlers, Austins das sprachliche Handeln als grundlegend für die Systematik der Formen (z.B. Zifonun/Hoffmann/Strecker u.a. 1997) an und suchen nach funktionalen Erklärungen. So erklärt sich die Frageform aus dem Zweck, ein Wissensdefizit zu bearbeiten. International bekannte Funktionalisten sind Talmy Givón und Simon C. Dik.
Auch Programmiersprachen haben eine Grammatik.
Damit ein Programm aus seinem Quellcode von einem Compiler oder Interpreter verstanden werden kann, müssen beim Schreiben eines Programmes feste Regeln eingehalten werden. Die Regeln werden häufig mit EBNF beschrieben.
Siehe auch
- Deklination
- Interjektion
- Konjugation
- Suffix
- Wortart, Universalgrammatik
- Philosophische Grammatik
Weblinks
- http://home.pfaffenhofen.de/schyren-gym/gramm/index.html Kleine deutsche Schulgrammatik
- http://www.udoklinger.de/Grammatik/inhalt.htm
- [http://www.canoo.net/ Materialien zur deutschen Rechtschreibung]
- [http://www.lbt-languages.de/lernhilfe/englisch-lernen.html Grammatikübersicht Englisch]
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Eine Übersicht über die Wikipedia-Beiträge zum Thema Sprache bietet das Portal:Sprache.
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!Grammatik
Kategorie:Linguistik
als:Grammatik
ja:文法
simple:Grammar
th:ไวยากรณ์
Aelius HerodianusAelius Herodianus ( - um 180; † um 250) war ein griechischer Grammatiker in der Zeit Kaisers Marcus Aurelius.
Als Sohn von Apollonios Dyskolos wurde er in Alexandria geboren. Die erhaltenen Fragmente seines Werks deuten darauf hin, dass sich seine Arbeit auf Fragen der Betonung oder Heraushebung der einzelnen Silben von Wörtern konzentrierte. Herodianus ging nach Rom, wo er seine Allgemeine Akzentlehre (Prosodie) verfasste, die er Marcus Aurelius widmete. Andere Werke sind ein attizistisches Lexikon, genannt Philhetaerus, und eine Studie über unregelmäßige Wörter. Die umfangreichen Sammlungen des Aelius Herodianus sind die wichtigste Quelle aller späteren Grammatiker.
Weblinks
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Kategorie:Mann
Kategorie:Grieche
Kategorie:Grammatiker
178
Politik und Weltgeschehen
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ko:178년
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Politik und Weltgeschehen
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- Diokletian, römischer Kaiser 284-305 († 316)
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ko:240년
Syrien
Die Arabische Republik Syrien ( al-Dschumhūriyya al-ʿarabiyya as-sūriyya) ist ein autoritär geführter Staat in Vorderasien. Sie grenzt an Israel, den Libanon, die Türkei, den Irak, Jordanien und das Mittelmeer. Syrien kommt von "sūrī" und heißt übersetzt etwa "Land der Rosen". Nach der syrischen Hauptstadt Damaskus ist auch die in der Parfümherstellung verwendete Damaszenerrose benannt. Eine andere Meinung zu der Namensableitung ist die nach dem alten Reich Assyrien, dessen Kern aber in Mesopotamien lag.
Geografie
Landschaft und Wüsten
Syrien erreicht auf etwa 150 Kilometer die Ostküste des Mittelmeeres, direkt nördlich des kleinen Staates Libanon.
Entlang dieser Küste erstreckt sich eine schmale Ebene. Parallel zu ihr verläuft - in etwa 20 km Abstand zur Küste - das Alawiten-Gebirge, dessen Ostabhang steil zur fruchtbaren Orontes-Ebene abfällt. Eine von Norden nach Süden verlaufende Gebirgskette trennt das Orontes-Tal von der syrischen Hochebene. Diese wird weiter südlich vom Antilibanon-Gebirge mit dem 2.814 Meter hohen, mit Schnee bedeckten Gipfel des Hermon (arab.: , Dschabal asch-Schaich) gegen Westen abgeschirmt. Hier entspringen kleinere Flüsse, die das ganze Jahr über Wasser führen und Oasenbildung ermöglichen; darunter der Barada, der die Damaskus umgebende Oase Ghuta bewässert.
Auf der Hochebene im Osten und Südosten Syriens dehnt sich die Syrische Wüste, die in ihrem Zentrum von kleineren Hügelketten unterbrochen wird und allmählich gegen die Euphratsenke abfällt. Im Nordosten Syriens durchschneidet der Euphrat die Nordausläufer der Wüste Shamiyah; an sie schließt sich eine fruchtbare Ebene, die Dschezire, an. Im Südosten erhebt sich das vulkanische Massiv des Hauran mit dem Dschabal ad-Druz (Jabal ad Duruz, 1.735 Meter) als Mittelpunkt und der westlich gelegenen Hauran-Ebene. Die bedeutendsten Flüsse Syriens sind der Euphrat (676 Kilometer) und der Orontes (325 Kilometer).
Klima
Das Klima ist subtropisch, trocken und warm. Im Osten herrscht heißes, trockenes kontinentales Steppen- und Wüstenklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag unter 150 Millimeter. Im Westen an der Küste ist Mittelmeerklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 600 bis 800 Millimeter.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Aleppo 2.139.714 Einwohner, Damaskus 1.576.797 Einwohner, Homs 735.871 Einwohner, Latakia 431.606 Einwohner und Hama 348.862 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Syrien
Tier- und Pflanzenwelt
Die Tier- und Pflanzenwelt Syriens ist durch die jahrtausendelange Besiedelung des Landes stark verarmt. Außer Nutztieren gibt es keine größeren Säugetiere mehr. Selbst Dromedare findet man heute kaum noch. Lediglich die Vogelwelt ist noch vielfältig. 354 Vogelarten wurden in Syrien dokumentiert. Syrien ist ein wichtiges Durchzugsland für Zugvögel. Bemerkenswert sind erst im Jahre 2002 in Syrien wiederentdeckte Waldrappen, die zu den gefährdetsten Vogelarten überhaupt zählen. Die natürliche Pflanzenwelt ist durch Abholzung und Überweidung schon seit dem Altertum stark degradiert. Wald findet man kaum noch im Lande. Die Aleppokiefer und die Libanonzeder kommen noch in Restbeständen vor. Dagegen sind Öl- und Feigenbäume häufig angepflanzt zu finden.
Bevölkerung
Feigenbäume
Die mehrheitsbevölkerung in syrien bilden araber , zweitgrößte volksgruppe bilden die kurden , laut angeblich syrischen geheimdokumenten , sollen bei der letzen volkszählung 1999 2,8 millioen in syrien gelebt haben , daneben leben noch armenier und assyrer im land
Etwa 89 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime; rund 3 % sind Alawiten, 2 % sind Drusen und gut 1 % sind schiitische Ismaeliten oder seltener Imamiten; etwa 6 % sind Christen verschiedener Konfessionen. Die meisten sind syrisch-orthodox, die Maroniten etwas über 2 %, nämlich rund 424.000. - [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scsy1.html] Andere bekennen sich zur Armenische Apostolischen Kirche und der mit Rom unierten Syrisch-Katholische und Griechisch-Katholoischen Kirchen. Gläubige der alten apostolischen Kirche des Ostens und der Assyrischen Kirche des Ostens zählen um die 30.000 und leben Hauptsächlich um den Fluss Khabur im mesopotamischen Teil Syriens. Die wenigen Hundert noch in Syrien verbliebenen Juden leben überwiegend in den Städten, erwähnenswert ist auch die 12.000 starke yezidische gemeinde.
Daneben gibt es zahlreiche arabisch-sprachige Flüchtlinge: 482.000; davon 476.000 Palästinenser und 170.000 Binnenflüchtlinge (Ende 2002) sowie ca. 40.000 chaldo-asssyrische Flüchtlinge aus dem Irak.
Die Bevölkerung Syriens ist im Laufe des 20. Jahrhunderts sehr stark gewachsen. Nach dem 1. Weltkrieg betrug die Bevölkerung wohl nicht viel mehr als 1.500.000 Menschen. Um 1970 war sie dann auch auf rund 6.000.000, etwa das vierfache, angewachsen. Heute ist sie mit 18.000.000 etwa zwölf mal so groß wie nach dem 1. Weltkrieg.
Auffällig ist auch, dass es mehr als 15 Millionen Syrer außerhalb Syriens gibt. Dies ist zum Vergleich zu der Einwohnerzahl eine enorm hohe Zahl.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Syriens
Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1946
Syrien wurde nacheinander von den Kanaanäern, Hurritern, Phöniziern, Hebräern, Aramäern, Assyrern, Babyloniern, Persern, Griechen und Nabatäern beherrscht, ehe es 64 v. Chr. römische Provinz wurde. 395 fiel es ans Byzantinische Reich.
Im 7. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Arabern erobert (Eroberung Damaskus' im Jahre 635). Unter den Umayyaden war Damaskus von 661 bis 750 Sitz des Kalifen. Nach der Eroberung durch die Mamluken 1260 und den Kreuzzügen wurde es schließlich 1517 Teil des Osmanischen Reichs.
1920 errichtete König Faisal, der dritte Sohn des Scherifen von Mekka ein unabhängiges arabisches Königreich Syrien, dessen Grenzen größtenteils auf das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 zurückgingen. Bereits wenige Monate später wurde er von Frankreich gestürzt. Französische Truppen besetzten das Land, und der Völkerbund stellte Syrien und den Libanon gemäß der Konferenz von San Remo unter französisches Mandat.
Ursprünglich wollte Frankreich keinen geeinten syrischen Staat, sondern beabsichtigte eine Aufteilung in vier Staaten mit eigener Regierung, wobei religiöse und konfessionelle Gesichtspunkte eine Rolle spielen sollten.
Diese Absichten lösten Mitte 1925 einen Aufstand der Drusen aus, worauf Frankreich mit Bombardierungen reagierte. Der wachsende innere und auch äußere Druck (seitens Großbritanniens) führten schließlich dazu, dass zunächst die Gebiete um Damaskus und Aleppo zum Staat Syrien zusammengeschlossen wurden. Neben der Zulassung von politischen Parteien wurde auch eine Verfassung ausgearbeitet. 1937 kamen die Gebiete um Latakia und der Drusenstaat zum Staatsgebiet hinzu.
In Anlehnung an das Abkommen zwischen dem Irak und Großbritannien von 1922 wurde 1936 ein Vertrag mit Frankreich geschlossen, in dem die Unabhängigkeit Syriens in Aussicht gestellt wurde. Dieser Vertrag wurde von Frankreich allerdings nicht ratifiziert.
1939 trat Frankreich das Gebiet um Alexandrette an die Türkei ab - offenbar, um die Türkei als Verbündeten im Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Nachdem Paris von deutschen Truppen besetzt worden war und die französische Verwaltung sich auf die Seite des Vichy-Regimes unter Marschall Pétain geschlagen hatte, marschierten "freifranzösische" Truppen in Syrien ein. Im Auftrag Charles de Gaulles wurde das Mandat für beendet und Syrien 1944 für unabhängig erklärt. Es folgte später die Anerkennung durch die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Großbritannien.
1945 wurde Syrien Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.
Frankreich war jedoch immer noch militärisch präsent, was zu antifranzösischen Demonstrationen führte und in der französischen Bombardierung von Damaskus gipfelte. Nachdem der britische Premierminister Winston Churchill mit der Entsendung von Truppen gedroht und die Vereinten Nationen Frankreich zum Rückzug aufgefordert hatten, lenkte Frankreich ein: bis zum 17. April 1946 hatten die letzten französischen Truppen das Land verlassen.
Die Syrische Arabische Republik
Am 17. April 1946 wird die Syrische Arabische Republik ( al-dschumhūriyya al-ʿarabiyya as-sūriyya) ausgerufen. Seither ist der 17. April syrischer Nationalfeiertag.
Die ersten Jahre der jungen Republik sind durch politische Instabilität und Regierungskrisen gekennzeichnet. Dazu trägt auch die Niederlage im ersten Palästinakrieg 1948 bei.
Der Aufstieg des Panarabisten Gamal Abdel Nassers in Ägypten nährt auch in Syrien Hoffnungen auf die Schaffung eines gemeinsamen arabischen Staats. Im Vorfeld des Sueskriegs bilden beide Länder ein gemeinsames Oberkommando; nach schweren Spannungen zwischen der Ba'ath-Partei und der Kommunistischen Partei wird aus Furcht einer kommunistischen Machtübernahme eine Delegation nach Ägypten entsendet, wo die Vereinigung der beiden Staaten beschlossen wird.
Am 1. Februar 1958 wird der Zusammenschluss Ägyptens und Syriens zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) bekanntgegeben.
Da von Anfang an die ägyptische Seite dominiert und die wichtigsten Politikbereiche bestimmt, wächst die Unzufriedenheit in Syrien. Hinzu treten wirtschaftliche Probleme. Ein Putsch syrischer Offiziere im September 1961 bedeutet schließlich das Ende der Vereinigten Arabischen Republik. Nach einem weiteren Putsch im Mai 1963 erlangt die Ba'ath-Partei zum ersten Mal die Macht in Syrien, die jedoch weiterhin zerstritten ist.
Nach dem verlorenen Sechs-Tage-Krieg gegen Israel im Juni 1967 und dem Verlust des Golans folgt eine Phase, die von allgemeiner Niedergeschlagenheit gekennzeichnet ist.
Hafiz al-Assad
Aus den jahrelangen Machtkämpfen innerhalb der Ba'ath-Partei tritt am 16. November 1970 schließlich Hafiz al-Assad als Sieger hervor. Assad, unter Salah Dschadid noch Verteidigungsminister, lässt den Altpräsidenten und einige seiner Anhänger verhaften, nachdem er selbst einst aus politischen Gründen einige Zeit im Gefängnis verbringen musste. 1971 lässt er sich mit 99,2 Prozent der Stimmen (ohne Gegenkandidaten) zum Staatspräsidenten wählen; im selben Jahr wird er Generalsekretär der Ba'ath-Partei.
1973 wird eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Position des Staatspräsidenten weiter aufgewertet wird. Des weiteren soll die Schari'a fortan eine der Hauptgrundlagen der Gesetzgebung sein.
Außerdem wird festgelegt, dass der Staatspräsident Muslim sein muss, um die Sunniten zu beruhigen, denen die Alawiten, zu denen auch al-Assad gehört, zu mächtig geworden waren.
Im Oktoberkrieg von 1973 gelingt es der syrischen Armee, einen kleinen Teil der von Israel besetzten Golanhöhen zurückzuerobern.
Ein Kennzeichen von Assads Politik ist die Unterdrückung der islamistischen Opposition. Es kommt unter anderem zu Terroranschlägen, die auf das Konto der Muslimbrüder gehen. Nach einem weiteren Anschlag in der Militärakademie 1979, dem 50 alawitische Kadetten zum Opfer fallen, geht die Regierung verschärft gegen die Muslimbrüder vor.
Zu einem folgenschweren Aufstand, wiederum von Muslimbrüdern initiiert, kommt es im Februar 1982 in der mittelsyrischen Stadt Hama. Die Armee greift mit Panzern und Luftwaffe ein, es kommt zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf große Teile der Altstadt zerstört werden. Etwa 1.000 Soldaten und zwischen 10.000 und 30.000 Zivilisten verlieren ihr Leben (Siehe Demozid).
Der Niederschlagung des Aufstands folgt eine umfangreiche Verhaftungswelle, die der fundamentalistischen Opposition das Rückgrat bricht. In der Folge ist al-Asads Machtposition sehr stark und kaum gefährdet.
1994 kommt Assads ältester Sohn Basil, der sein Nachfolger werden sollte, bei einem Autounfall in der Nähe des Flughafens von Damaskus ums Leben.
Baschschār al-Assad
Nach dem Tod des syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad am 10. Juni 2000 wird am 10. Juli 2000 sein zweitjüngster Sohn Baschschār al-Assad mit einer Mehrheit von 97,29 % (offizielles Wahlergebnis) zum nächsten Präsidenten gewählt.
Baschschār gilt als liberaler als sein Vater, da er unter anderem in London studierte und auch dort heiratete. Erstes Anzeichen eines neuen politischen Kurses war die Freilassung von 600 politischen Gefangenen im November 2000.
Allgemein erhofft sich die Bevölkerung eine weitere Öffnung des Landes, wie sie von Hafiz al-Assad in den 1990er Jahren begonnen wurde. Unter Baschar wurde unter anderem die Benutzung des Internets erlaubt.
Allerdings kam es im September 2001 erneut zu einer Inhaftierungswelle gegen bekannte Oppositionelle. Im Frühjahr 2004 wurden nach Demonstrationen und Zusammenstößen mit den Sicherheitsdiensten hunderte syrischer Kurden, darunter auch Kinder, verhaftet.
Im Februar 2005 wurde in Beirut ein Autobombenanschlag auf Rafiq Hariri, den ehemaligen und langjährigen Regierungschef des Libanon verübt. Da es Hinweise auf Geheimdienst-Aktivitäten gab, wächst in jüngster Vergangenheit der Druck auf Syrien. Insbesondere die USA machen dessen Führung für das Attentat verantwortlich. Doch auch Frankreich fordert von Syrien die volle Souveränität Libanons zurück.
Im Mai 2005 gab Präsident Assad diesen Forderungen teilweise nach.
Neuere Politik
Verhältnis zu Israel
In Folge des Sechstagekrieges im Jahr 1967 besetzte Israel die Golan-Höhen, von wo immer wieder syrischer Beschuss erfolgt war. Seit damals herrscht zwischen den beiden Ländern lediglich ein Waffenstillstand, Syrien erkennt den israelischen Staat nicht an (zum Beispiel ist in seinen Atlanten nur von "Palästina" die Rede). Der Abschluss eines Friedensvertrags, der eine völkerrechtliche Anerkennung beinhalten könnte, ist für die syrische Seite eng an die Rückgabe der Golanhöhen geknüpft, die wiederum für Israel von immenser strategischer Wichtigkeit sind.
Anderseits beschuldigt Israel die syrische Regierung, Terroristen Unterschlupf zu gewähren. Im Oktober 2003 flog die israelische Luftwaffe einen Angriff gegen ein vermutetes Terroristen-Ausbildungslager südlich von Damaskus, der von vielen Staaten verurteilt wurde.
Verhältnis zu Libanon, USA und UNO
Syrien betrachtete sich lange als Schutzmacht des kleinen Nachbarstaates, der fast die gesamte Landgrenze mit Syrien gemeinsam hat. Die langjährige Besetzung größerer Teile des Libanon galt offiziell als Unterstützung gegen Israel und wurde von der pro-syrischen Regierung des Omar Karame bis zuletzt befürwortet. Die letzten Einheiten der syrischen Armee verließen den Libanon Ende April 2005, als es dort nach dem Mord an Expremier Rafik Hariri (14. Februar) schwere Vorwürfe an den syrischen Geheimdienst und tagelange Massenproteste gab. Sie führten auch zum Rücktritt der Regierung Karame.
Im April 2005 beauftragte die UNO ihren Spitzendiplomaten Detlev Mehlis, den bis dato ungeklärten Mord in Beirut an Ex-Premier Hariri zu untersuchen. Am 20. Oktober 2005 berichtete Mehlis dem Sicherheitsrat über eine klare Mittäterschaft syrischer Geheimdienstkreise an dem Anschlag in Beirut, bei dem außer Hariri 21 Menschen umkamen. Syrien hatte eine Verwicklung stets verneint und sprach von einem Komplott des Westens - insbesondere weil die USA auch Kontakte zu den Attentätern vom 11/9 vermuteten. Siehe [http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1129873265707&openMenu=1039082845263&calledPageId=1039082845263 Chronik der Ereignisse].
Am 31. Oktober forderte der Sicherheitsrat in einer einstimmigen Resolution von Syrien volle Kooperation zur Aufklärung des Hariri-Mordes. Er verzichtete zwar auf die lange diskutierten Sanktionen, behielt sich aber weitere Schritte und eine Untersuchung von UNO-Ermittlern vor. Die Hauptforderung war, es müssten alle verdächtigen Personen vernommen werden, zu denen auch Bruder und Schwager des syrischen Präsidenten Assad gehören.
Laut UN-Chefermittler Mehlis (siehe 20.Oktober) habe Syrien "bisher den Daumen auf viele wichtige Informationen gehalten" und ihn an Befragungen gehindert. Die von USA, England und Frankreich eingebrachte Resolution wurde nach Abmilderung einstimmig beschlossen und verpflichtet alle Staaten, Verdächtigen die Einreise zu verweigern und ihre Bankguthaben einzufrieren. Während Syriens Außenminister al-Sharaa in New York einen Eklat verursachte und in Damaskus gegen die Resolution demonstriert wurde, stimmten ihr der Libanon und auch arabische Staaten zu. [http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=356&Alias=wzo&cob=205315 Weblink].
Die Abmilderung des vom Westen eingebrachten Resolutionsentwurfs war auf Druck Russlands und Chinas erfolgt. So wurde auf die offene Androhung von Sanktionen gegen Syrien verzichtet, doch behielt sich der Sicherheitsrat "weitere Maßnahmen" vor, falls sich Syrien nicht an die Vorgaben hält. Auch die Aufforderung an die syrische Führung, jede Unterstützung des Terrorismus zu beenden, wurde gestrichen.
Die heftige Protestwelle in Syrien gegen die UNO-Beschlüsse und die USA wurde vom Westen als gesteuert angesehen. Auch die Reden des syrischen Außenministers trugen zur weiteren Isolierung des Landes bei, von dem erst kurz zuvor strengere Grenzkontrollen zum Irak und gegen den Übertritt von Terroristen gefordert worden waren.
Verwaltungsgliederung
Syrien ist seit 1987 in 14 Gouvernorate (muhafazat, singular: muhafazah) unterteilt, die nach dem jeweiligen Hauptort benannt sind:
Anteile an der Syrischen Wüste haben die Regionen Nr. 2, 6 (jeweils Ostteil) und vor allem 13; weitere Wüstengebiete liegen in den Gouvernoraten Nr. 12 und 14.
Der Bezirk Qunaitra (Kuneitra) auf den Golanhöhen ist seit 1967 größtenteils von Israel besetzt. Die Region um Iskenderūn (Alexandrette), bis zur Eingliederung in die Türkei Sandschak Alexandrette genannt, gehört seit 1939 zur Türkei, wird allerdings ebenfalls von Syrien beansprucht.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft kann unter günstigen Bedingungen bis zu einem Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen und ist für das Land extrem wichtig. Erdöl, Textilien und Nahrungsmittel sind Syriens Hauptexportgüter, welche Syrien eine positive Handelsbilanz bescheren.
Der Tourismus beschränkt sich hauptsächlich auf Kultur- und Sprachtouristen, obwohl es eine gewisse touristische Infrastruktur und fast 200 km Küste gibt. Wichtige Industriegebiete sind die Regionen um Aleppo, Damaskus und das Gebiet zwischen Homs und Hama.
Die syrische Wirtschaft ist stark vom Export von Erdöl abhängig. Sie machen 70 Prozent der Exporterlöse aus und aus ihnen speist sich die Hälfte des Budgets.
Da das Erdöl in Syrien vermutlich in einigen Jahren ausgehen will und die syrischen Machthaber eine breiter diversifizierte Wirtschaft errichten wollen, streben sie einen Strukturwandel und den Umbau zu einer funktionierenden Marktwirtschaft an. Dieser soll mit jährlichen Privatinvestitionen von bis zu fünf Mrd. Dollar, Zusatzeinnahmen aus dem Ölexport und Investitionen aus dem Ausland finanziert werden. Die Wirtschaftspolitiker sehen in den nächsten fünf bis zehn Jahren die beste Gelegenheit für Strukturänderungen. Zu den im neuen Fünfjahresplan festgeschriebenen weitrechenden Veränderungen gehört unter anderem eine umfassende Steuerreform, Privatisierung, der Abbau von Monopolen, Deregulierung wichtiger Sektoren und die Reduzierung des öffentlichen Sektors.
Der Internationale Währungsfond lobte die Bemühungen der syrischen Wirtschaftspolitiker bereits, vor allem die Anpassung des syrischen Pfunds an einen realistischen Wechselkurs.
Kultur
Sport
siehe Hauptartikel Syrischer Fußball
Feiertage
In Syrien gibt es wie in Deutschland sowohl staatliche als auch religiöse Feiertage. Grundlage für die staatlichen Feiertage ist dabei wie in mittlerweile fast allen arabischen Ländern die christliche Zeitrechnung, für die islamischen Feiertage die Hidschra-Zeitrechnung nach dem Mondkalender. Da das Mondjahr elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, „wandern“ die islamischen Feiertage jedes Jahr entsprechend „nach vorn“. Hier eine Übersicht über die Feiertage 2005, die veränderlichen Feiertage sind mit einem Stern ( - ) gekennzeichnet:
- Christliches Neujahr (ʿĪd ra's as-sana al-mīlādiyya): 1. Januar
- Opferfest (ʿĪd al-adhā): 21. Januar -
- Islamisches Neujahr (ʿĪd ra's as-sana al-hidschriyya), 1426: 10. Februar -
- Tag der Revolution (Thaurat ath-thāmin min ādār): 8. März
- Muttertag (ʿĪd al-umm): 21. März
- Katholische Ostern (ʿĪd al-fash): 27. März -
- Tag des Truppenabzugs (ʿĪd al-dschala'), Nationalfeiertag: 17. April
- Geburtstag des Propheten Muhammad (ʿĪd al-maulad an-nabawī asch-scharīf): 21. April -
- Tag der Arbeit (ʿĪd al-'ummāl al-'ālamī): 1. Mai
- Orthodoxe Ostern (ʿĪd al-fash): 1. Mai -
- Märtyrertag (Dhikrī asch-schuhadā'): 6. Mai
- Fest des Fastenbrechens (ʿĪd al-fitr), Ende des Ramadan: 3. November -
- Weihnachten (ʿĪd al-mīlād al-madschid): 25. Dezember
(Quelle: US-Botschaft in Damaskus, http://damascus.usembassy.gov/wwwhholi.html)
Bekannte Syrer
Weblinks
- [http://www.travel-images.com/syria.html Syrien - Bilder]
- [http://www.arte-tv.com/de/GALLERIE_20PHOTO_20_3A/184466,CmC=486468,CmPage=184466,CmPart=com.arte-tv.www,view=introduction.html Syrien auf dem Schachbrett des Nahen Ostens]
- [http://www.spirit-of-the-moment.com/compositions/Syrien/index.html Reisebilder sortiert nach Themen und Orten aus Syrien, Jordanien und dem Libanon]
Kategorie:Staat
Kategorie:Nahost
Kategorie:Mittelmeer
ja:シリア
ko:시리아
ms:Syria
simple:Syria
th:ประเทศซีเรีย
zh-min-nan:Syria
Römisches Reich
Das Römische Reich (lateinisch: Imperium Romanum) war das von der Stadt Rom beherrschte Gebiet in der Zeit zwischen etwa dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. bzw. 6. Jahrhundert n. Chr. Eine eindeutige Abgrenzung ist jedoch weder zur vorrömischen Epoche noch zum Byzantinischen Reich möglich.
Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans, erstreckte sich das Römische Reich über die Gebiete rund um das Mittelmeer, über Gallien und große Teile Britanniens und über die Gebiete rund um das Schwarze Meer (siehe auch Bosporanisches Reich).
Das Römische Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In der östlichen Reichshälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen, während der Westen latinisiert wurde.
Latein, die Sprache Roms, wurde zur Amtssprache des Reiches, in Teilen des Reichs blieben aber auch andere Sprachen erhalten. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen romanischen Sprachen Europas (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, sowie Ladinisch und Rätoromanisch). Sehr viele Lehnwörter finden sich zudem in den germanischen und in den slawischen Sprachen.
Vor allem das Rechts- und Staatswesen in Europa ist maßgeblich vom römischen Erbe geprägt.
Geschichtlicher Überblick
Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich grob in folgende sechs Phasen gliedern, die im Verlauf dieses Artikels genauer beschrieben werden; zu Details siehe die entsprechenden Verweise im Artikel (Beispiel: Prinzipat):
# Königszeit (753 v. Chr.–510 v. Chr.)
# Die Zeit der Republik (509 v. Chr.–133 v. Chr.)
# Zeit der Bürgerkriege (ab 133 v. Chr.)
# Prinzipat (Römische Kaiserzeit I, ab 27 v. Chr.)
# Spätantike, in der älteren Forschung auch Dominat (Römische Kaiserzeit II, ab 284 n. Chr.)
# Untergang des Reiches im Westen und Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (ab 395 n. Chr., noch zur Spätantike zu rechnen)
Römische Königszeit und frühe Republik
395 n. Chr.]]
Der Stadtstaat Rom, der zuerst unter etruskischer Königsherrschaft stand (Königszeit), gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem er sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Zu dieser Zeit erfolgte ebenfalls die Umwandlung des ehemaligen Königreiches in die Römische Republik (Republik = res publika, die öffentliche Sache), während derer alljährlich zwei Konsuln die oberste Regierungsgewalt ausübten. Der letzte aller römischen resp. etruskischen Könige, Tarquinius Superbus (Tarquinius der Hochmütige), wurde vom römischen Volk unter der Führung von Lucius Iunius Brutus aus Rom vertrieben, weil er eine Römerin namens Lucretia geschändet hatte. Das Jahr 509 v. Chr. ist jedoch spätere Fiktion, die als Parallele zum Sturz der Peisistratiden in Athen um 510 v. Chr. gesehen werden kann. Wahrscheinlicher ist die Zeit um 475 v. Chr. Als ersten, einigermaßen festen Punkt in der römischen Geschichte kann man die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.
Über die römische Königszeit existieren verschiedene berühmte Legenden, die die römische Geschichte mit der Geschichte Trojas zu verknüpfen versuchen. Diese entstanden jedoch erst Jahrhunderte später.
Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften (v.a. der Galliersturm von 387 v. Chr., der psychologisch seine Spuren hinterlassen sollte, sowie mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme). Es folgen die Samnitenkriege (1. 343-341 v. Chr.; 2. 327-304 v. Chr.; 3. 298-290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340-338 v. Chr.). Rom etabliert schließlich ein weitverzweigtes Bündnissystem. So wurden Kolonien an strategisch wichtigen Plätzen angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten.
Der Aufstieg Roms - Expansion in Italien und im Mittelmeerraum
Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte sich die Republik um 275 v. Chr. die dortigen griechischen Stadtstaaten ein, nachdem es gelungen war, den hellenistischen Condottiere Pyrrhos von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesonnenen Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte.
Im Ersten Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) dehnte sich Rom nach vorherigen Spannungen auf Sizilien bis in karthagische Gebiete aus. Nachdem Karthago, solcherart provoziert, die Römer von See aus angegriffen und geschlagen hatte, baute Rom eine Flotte auf, um der Seemacht Karthago entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaftem Kriegsglück gelang es Rom schließlich, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen und die karthagische Flotte mehrmals zu schlagen. Karthago verlor fast alle seine sizilianischen Besitzungen und sann fortan auf Rache.
Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) gelang es dem genialen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Knie zu zwingen. Besonders die Niederlage bei Cannae (216 v. Chr.) schmerzte, die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es war als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom mit seiner neuen Provinz Hispanien zunehmend an Einfluss gewann.
Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte Roms Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. In diese Zeit, genauer gesagt in die Zeit ab 200 v. Chr., fiel auch die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche. Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200-197 v. Chr. in Griechenland intervenierte, um den makedonischen Einfluss zurück zu drängen.
Auch gegen das hellenistische Seleukidenreich führte Rom Krieg. Auf ein Hilfegesuch hin kam es 192-188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III., in welchem Rom siegreich blieb. Antiochos musste auf einen Großteil seiner Besitzungen in Kleinasien verzichten. Rom wurde damit zur De-facto-Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie wieder aufzurichten, führten zum Krieg. 168 v. Chr. wurden die Makedonen endgültig besiegt und ihr Königreich zerschlagen, 148 v. Chr. schließlich in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. auch Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und der neuen römischen Provinz Africa nach der Zerstörung Karthagos, welches vor dem Dritten Punischen Krieg (150-146 v. Chr.) wieder an Macht gewonnen hatte.
Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. Gleichen Status erhielt 64/63 v. Chr. das Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war und von Pompeius, der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde. Nur das schwächelnde Ägypten der Ptolemäer, welches zu einem römischen Protektorat wurde, behielt seine Unabhängigkeit, ehe es im Jahre 30 v. Chr. ebenfalls im Römischen Reich aufging.
So glänzend auch die außenpolitischen Erfolge Roms gewesen waren – im Inneren erodierte allmählich die republikanische Ordnung.
Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege
Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen, vor allem im Agrarbereich. So sollte die nach den Brüdern Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus benannte Gracchische Reform die Grundbesitzverhältnisse reformieren und den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Einkommen verhelfen. Die Reform scheiterte allerdings am Widerstand der konservativen Senatskreise, der zugrundeliegende Konflikt blieb weiter bestehen: die Popularen und Optimaten bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzen. Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, sodass es 91-89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht auch den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten "Vesper von Ephesus": Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler in Kleinasien zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen.
Pontos
Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, in dem sich wieder Popularen und Optimaten gegenüber standen (Marius, Cinna, Sulla). Sulla blieb siegreich und errichtete die Diktatur, doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand, zumal Sulla bald zurücktrat und die alten Kräfte sich wieder bekämpften. Die Krise der Republik wurde durch das (erste) Triumvirat verdeutlicht: der ehrgeizige Gaius Iulius Caesar, der erfolgreiche Militär Gnaeus Pompeius Magnus und der reiche Crassus gingen ein informelles Bündnis ein, um sich in ihren jeweiligen Interessen zu unterstützen. Nach dem Tod des Crassus in einem Feldzug gegen die Parther rangen die einstigen Freunde Caesar und Pompeius um die Macht im Staat (49-46 v. Chr.), wobei sich Pompeius auf die Seite des Senats stellte. Caesar obsiegte. Nur durch seine Ermordung wurde verhindert, dass sich die Republik in eine Diktatur verwandeln konnte.
Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun wieder ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere „Augustus“, gegen Marcus Antonius in der Schlacht bei Actium als Sieger durch (31 v. Chr.).
Die frühe und hohe Kaiserzeit (Prinzipat)
Prinzipat
Octavian zielte wie Caesar auf eine Alleinherrschaft. Doch anders als Caesar versuchte Octavian dieses Ziel nicht durch das Mittel einer außerordentlichen Diktatur zu erreichen. Octavian ließ vielmehr die alte republikanische Verfassung formal in Kraft und sicherte seine Position durch die Übernahme verschiedener Ämter, vor allem durch die Übernahme eines mehrjährigen Kommandos über wichtige Legionen. Den alten senatorischen Adel konnte Octavian zu einer Anerkennung seiner Herrschaft bewegen. Der Senat sah in Octavian keinen König, sondern den "Ersten Bürger des Staates" (Princeps). Die von Octavian begründete Verfassung, die sich in wesentlichen Punkten von der alten republikanischen Verfassung unterscheidet, nennt man deshalb auch Prinzipat. Octavian selbst erhielt im Jahre 27 v. Chr. vom Senat den Titel „Augustus“ (der Erhabene).
Das Imperium Romanum beherrschte zu diesem Zeitpunkt bereits den gesamten Mittelmeerraum. Auch der Westen und Süden Germaniens gehörte zum römischen Reich; die Expansion nach Nordosten, die unter Augustus eingeleitet worden war, wurde erst durch die Varusschlacht im Jahre 9 gestoppt. Augustus' Adoptivsohn und Nachfolger Tiberius beschränkte sich auf weitgehend defensive Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen. Unter Claudius wurde einzig Britannien dem Reich hinzugefügt, später folgte noch Thrakien, das aber schon vorher ein von Rom abhängiger Klientelstaat gewesen war.
Mit dem Tod des als unfähig und wahnsinnig geltenden Nero, der vor allem das Militär vernachlässigte, endete 68 das julisch-claudische Haus. Dessen Nachfolge traten nach den Wirren des Vierkaiserjahres die insgesamt erfolgreich regierenden Flavier an, wobei Vespasian im Jahre 70 einen Aufstand in Judäa durch seinen Sohn und späteren Nachfolger Titus niederschlagen ließ. Nach Titus´ nur kurzer Regierungszeit trat sein Bruder Domitian seine Nachfolge an. 96 brachte diesen eine Hofintrige zu Fall - es kam zu einer Krisenzeit, welche erst unter den so genannten Adoptivkaisern überwunden werden konnte.
Die Zeit der Adoptivkaiser, die mit Nerva begann, wird allgemein als die Glanzzeit des Imperiums verstanden, sowohl kulturell als auch in Bezug auf die Machtstellung Roms. Seine größte Ausdehnung hatte das Römische Reich denn auch unter Kaiser Trajan im Jahre 117 erreicht, wobei Trajan, der als erster Kaiser aus den Provinzen stammte, als optimus princeps gefeiert wurde, als "bester Kaiser". Das Imperium erstreckte sich nun von Schottland bis Nubien in Nord-Süd-Richtung und von Portugal bis nach Mesopotamien in West-Ost-Ausrichtung. Unter dem gebildeten Hadrian, der die östlichen Eroberungen Trajans aufgab, kommt es nun zu einer inneren Konsolidierung des Reiches und zu einer zivilisatorischen, kulturellen und technischen Blüte, die die Ausbreitung des damals noch jungen, schon stark angewachsenen Christentums begünstigte.
Christentum
Um die Mitte des 2. Jahrhunderts schien das Imperium auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein, doch traten unter Mark Aurel bereits die ersten Probleme auf (Kämpfe mit Germanen, besonders den Markomannen, und im Osten Kämpfe mit den Parthern). Das Reich kam in den folgenden Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Von außen wurde es kriegerisch bedrängt, während im Inneren sich Zerfallserscheinungen bemerkbar machten. Nach dem Tod Marc Aurels, der gerade im Bereich der nördlichen Grenze nur vorläufige Erfolge verbuchen konnte, kam es zu einer Reihe von Krisenereignissen, zudem sein Sohn Commodus nicht in der Lage war, dem Reich Sicherheit zu geben.
Zu Beginn des 3. Jahrhunderts konnten die Severer die Lage stabilisieren. Jetzt kam es vor allem an der Ostgrenze zu schweren Kämpfen mit dem Neupersischen Reich der Sassaniden, die sich Rom als gewachsen erwiesen und den römischen Heeren eine Reihe von Niederlagen bereiten sollten. Es folgte nach dem eher unrühmlichen Ende der Severer die Reichskrise des 3. Jahrhunderts, in welcher sich die Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) und der Sassaniden im Osten ausgesetzt sahen. Es kam sogar zur Abspaltung einzelner Provinzen (besonders Galliens), die aber wieder rückgängig gemacht werden konnten. 272 wurde Palmyra unterworfen, das in der Krisenzeit des Imperiums Teile der östlichen Provinzen Roms erobert hatte.
Die späte Kaiserzeit und der Beginn der Spätantike
Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die Spätantike, die von einer stärkeren Zentralisierung und Bürokratisierung sowie dem späteren Sieg des Christentums geprägt war und die keineswegs die reine Zerfallszeit war, wie noch die ältere Forschung weitgehend meinte. Diokletian reformierte die Verwaltung und schuf die so genannte Ordnung der Tetrarchie, wonach es zwei Senior-Kaiser (Augusti) und jeweils einen Junior-Kaiser (Caesar; pl.: Caesares) geben sollte. Denn für einen Kaiser alleine war das Imperium schon längst unregierbar geworden, besonders da der Druck auf die Grenzen ständig anwuchs. Die Idee der Teilung des Herrschaftsraumes war nicht völlig neu, doch wurde sie nun konsequenter umgesetzt. Allerdings wurde der Gedanke der Reichseinheit nicht aufgegeben. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt von Rom nach Trier, an die nördlichen Grenzen verlegt. Die letzten Christenverfolgungen fanden unter Diokletian statt.
Konstantin der Große, dessen Vater nach dem Rücktritt Diokletians und dessen Mitkaiser Maximian das Amt des "Senior-Augustus" im Westen übernahm, gab sich damit nicht zufrieden. Er beseitigte nach und nach seine Rivalen und etablierte 324 die Alleinherrschaft über das Imperium. Bedeutend wurde seine Regierungszeit vor allem aus zwei Gründen: 1) der Privilegierung des Christentums und 2) der Gründung von Konstantinopel. Der Blick des Reiches wandte sich mehr und mehr gegen Osten.
Konstantins Dynastie überlebte ihn nicht lange. Es folgten zunächst Bruderkämpfe, bis Constantius II. die Alleinherrschaft erlangte. Nach seinem Tod kam es 361 unter seinem Nachfolger Julian Apostata zu einer "Renaissance" des Heidentums, die aber nicht von langer Dauer war. Mit Julian erlosch 363 die konstantinische Dynastie.
Unter Valentinian I. wurde das Reich aus Verwaltungsgründen vorläufig und nach dem Tod Kaiser Theodosius I. endgültig geteilt. Theodosius war nach dem Tod des Valens von Valentinians Sohn Gratian als Kaiser im Osten eingesetzt worden. Es gelang ihm nach der Niederlage von Adrianopel, die eingedrungenen Goten durch Verträge wenigstens vorläufig zu binden. 394 wurde Theodosius schließlich Alleinherrscher, nachdem es im Westen zu einer Reihe von Usurpationen und Revolten gekommen war; er war der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium herrschen sollte. Nach seinem Tod 395 kam es unter seinen Söhnen Honorius (im Westen) und Arcadius (im Osten) zur Reichsteilung, die von da an endgültig sein sollte.
Untergang des Reiches im Westen und Behauptung im Osten
Arcadius
Das Oströmische Reich überlebte die Wirren der Völkerwanderung, vor allem, da es der ökonomisch gesündere und dichter bevölkerte Reichsteil war. Im Laufe des 5. Jahrhunderts zerfiel allmählich das Römische Reich im Westen. Eine wichtige Ursache dabei bildete die Völkerwanderung. Das Reich verlor nach der Schlacht von Adrianopel 378 zunehmend die Kontrolle über seine westlichen Provinzen. Große Teile Galliens und Spaniens gingen bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts an die eingedrungenen Germanen (Vandalen, Franken, Goten) verloren. Vor allem der Verlust Africas an die Vandalen 435 war ein schwerer Schlag für Westrom. Der Regierungssitz war bereits um die Jahrhundertwende von Mailand nach Ravenna verlegt worden. Und selbst Italien geriet immer mehr unter den Einfluss der Germanen. 410 plünderten die Westgoten die Stadt Rom, 455 folgten ihnen darin die Vandalen (daher der Ausdruck "Vandalismus").
Es gab mehrere Gründe für den Verfall und Untergang des Römischen Reiches. Welche Prozesse letztlich zur Transformation des weströmischen Reiches in eine Reihe von germanischen Staaten führten, die spätestens seit dem 7. Jahrhundert als souverän gelten konnten, ist seit langem Gegenstand der Forschungsdiskussion. So bestand das Heer zum größten Teil nicht mehr aus römischen Bürgern, sondern aus "barbarischen" Söldnern. Die Stärke der Armee reichte zudem nicht mehr aus, um die Grenzen zu sichern. Im Inneren war die Verwaltung marode geworden, auch ein wirtschaftlicher Niedergang ist festzustellen, wenn auch nicht so dramatisch, wie noch die ältere Forschung meinte. 476 setzte der Germane Odoaker Romulus Augustulus als weströmischen Kaiser ab (letzter anerkannter Westkaiser war allerdings Julius Nepos gewesen). Odoaker sah sich selbst noch als einen "Germanen in römischen Diensten" und seine Herrschaft in Italien als Teil des Imperium Romanum unter dem römischen Kaiser in Konstantinopel.
Anders war die Lage im Osten. Dies war der "gesündere" Reichsteil, der zudem über die größeren strategischen Reserven verfügte und auch die geschicktere Diplomatie betrieb. Zudem war es Hunnen und Germanen nie gelungen, den Hellespont zu überqueren; daher blieben die reichen Provinzen Kleinasiens, Syriens und Ägyptens weitgehend unbehelligt. Die "barbarischen" Elemente in der Armee, die mit zum Untergang Westroms beigetragen hatten, wurden noch im 5. Jahrhundert zurückgedrängt und zu Beginn des 6. Jahrhunderts zum größten Teil ausgeschaltet. Obzwar es zu schweren Kämpfen mit Hunnen und Sassaniden kam, blieb das Ostreich intakt.
Unter Justinian I., dem letzten Kaiser, dessen Muttersprache Latein war, konnten die Oströmer große Teile des Westens (Nordafrika, Italien, Südspanien) zurückerobern, während sie im Orient unter großen Anstrengungen die Grenzen gegen die Perser halten konnten. Damit war der (ost)römische Kaiser noch einmal der mit Abstand mächtigste Herrscher im Mittelmeerraum, und Ostrom beherrschte den größten Teil des alten Reichsgebietes (mit Ausnahme Britanniens, Galliens und Nordspaniens). Die Wende kam Anfang des 7. Jahrhunderts, als zunächst weite Teile des Reiches zeitweilig von den Sassaniden erobert wurden. Nachdem Kaiser Herakleios den langen Krieg schließlich siegreich beendet hatte, konnte das erschöpfte Reich dem Angriff der islamischen Araber (arabische Expansion) kaum widerstehen und verlor ganz Syrien und Afrika. Herakleios brach außerdem mit der römischen Tradition, indem er statt des Titels Imperator den alten griechischen Königstitel Basileus annahm und Griechisch auch zur offiziellen Amtssprache machte.
Das Oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel blieb dann zwar staatsrechtlich noch bis in das 15. Jahrhundert erhalten - und die Griechen bezeichnen sich noch heute volkstümlich auch als romoi, also Römer, aber die inneren Strukturen veränderten sich nach etwa 640 so grundlegend, dass es gerechtfertigt erscheint, von nun an von Byzanz zu sprechen.
Siehe auch:
- Römische Republik
- Prinzipat
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Der Untergang des Römischen Reiches
- Byzantinisches Reich
- Weströmisches Reich
- Liste der römischen Kaiser
Nachfolger
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das Nord- und Mittelitalien, die Niederlande, Belgien, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Teile Frankreichs (Elsass, Lothringen, Provence), Luxemburg und Deutschland umfasste, sah sich später als Nachfolger des (west)römischen Reiches, während der russische Zar über das byzantinische Erbe ebenfalls die Nachfolge der römischen Kaiserkrone beanspruchte - die Begriffe Kaiser und Zar leiten sich beide aus dem römischen Caesar ab.
Siehe auch
- Portal und Themenliste Rom
- Ab urbe condita
- Auxiliartruppen
- Esskultur im Römischen Reich,
- Feuerwehren im Römischen Reich
- Germanisierung
- Kataphrakt
- Liste der römischen Kaiser
- Liste der römischen Könige
- Liste der römischen Konsuln
- Romanen
- Römische Bautechnik
- Römische Bestattungsrituale
- Römische Ehe
- Römische Erziehung
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Sprachen im Römischen Reich
- Römische Legion
- Römische Marine
- Römische Mythologie
- Römische Namen
- Römische Provinz
- Römische Republik
- Römischer Senat
- Römisches Recht
- Römische Vornamen
- Römische Ziffern
- S.P.Q.R.
- Tierhetzen im Römischen Reich
Literatur
Allgemein (neben Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 2-4 und vor allem der Cambridge Ancient History, 2. veränderte Aufl. ab Bd. 7, Teilband 2, The Rise of Rome to 220 B.C.):
- Alfred Heuß: Römische Geschichte. Schöningh, 2003, ISBN 3506739271 Bester (wenn auch manchmal recht knapper) Überblick zur römischen Geschichte in deutscher Sprache.
- Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Deutscher Taschenbuchverlag, 2001, ISBN 3423590556 Geschichte Roms bis zur Ermordung Cäsars, für die Theodor Mommsen 1902 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Wissenschaftlich allerdings vollkommen veraltet.
- Ada Gabucci: Rom und sein Imperium Sehr reich bebilderte Geschichte über die Gründung, Ausbreitung und Herrschaft. Konrad Theiss Verlag, 2005, ISBN 380621932X
Spezialisiertere Literatur:
- Hermann Bengtson: Grundriss der Römischen Geschichte mit Quellenkunde. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr.. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 5, München 1982, ISBN 3-406-08617-9
- Klaus Bringmann: Geschichte der Römischen Republik. München 2002, ISBN 3406492924 Solide und zuverlässige Darstellung der Republik.
- Karl Christ: Geschichte der Römischen Kaiserzeit, 4. Auflage. München 2002, ISBN 3406363164 Hervorragende moderne Darstellung der Kaiserzeit bis Konstantin. Standardwerk.
- David S. Potter: The Roman Empire at bay. AD 180-395. Routledge History of the Ancient World, London u.a. 2004. ISBN 0-415-10058-5 Sehr gute Gesamtdarstellung der Zeit von 180 bis 395.
- Glen Bowersock u.a.: Late Antiquity. A guide to the postclassical World. Cambridge 1999, ISBN 0674511735. Ausgezeichneter, gut lesbarer Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Spätantike mit einem nützlichen Lexikonteil.
- Alexander Demandt: Die Spätantike. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 6, München 1989, Gutes Überblickswerk. (nur noch antiquarisch, 2. Auflage in Vorbereitung; aber als inhaltlich gekürzte Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat erhältlich: Geschichte der Spätantike. München 1998, ISBN 3-406-44107-6)
- Arnold H.M. Jones: The Later Roman Empire 284-602. (Erstdruck in 3 Bde., Oxford 1964) Nachdruck in 2 Bde., Baltimore 1986 Die beste aus den Quellen gearbeitete moderne Darstellung der Spätantike
Alternative Darstellungen:
- Arthur Rosenberg: Demokratie und Klassenkampf im Altertum. Fritz Erik Hoevels: Roter Leitfaden durch die römische Geschichte. Ahriman-Verlag 1997. ISBN 3-89484-810-3. Die beiden Altphilologen und Marxisten Rosenberg und Hoevels bieten eine kompakte Übersicht über die Geschichte des römischen Reiches und untersuchen die Triebfedern und Gesetzmäßigkeiten ihres Ablaufes - umstritten, wie alles aus marxistischer Feder.
Weblinks
- [http://la.wikipedia.org Die lateinische Wikipedia]
- [http://www.kirke.hu-berlin.de/vl/vlagdt.html#roem Virtual Library Geschichte - Einzelprojekte: Die Römer in Deutschland] (Ressourcen im Internet)
- [http://www.roman-emperors.org/impindex.htm De Imperatoribus Romanis - Sammlung von Kurzbiografien der römischen Kaiser, verfasst von mehreren Fachgelehrten (englisch)]
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/home.html LacusCurtius (Umfangreiche Informationen über das antike Rom)]
- [http://gutenberg.spiegel.de/mommsen/roemisch/roemisch.htm Theodor Mommsens Römische Geschichte im Projekt Gutenberg]
- [http://www.imperiumromanum.com Projekt Imperium Romanum: Darstellung der römischen Welt auf über 1000 Seiten]
- [http://www.die-roemer-online.de/ Die Römer online]
- [http://www.gottwein.de/roge/rom_hist.php Römische Geschichte in annalistischer Darstellung]
- [http://www.imperium-romanum.ch.vu Imperium Romanum: ausführliche Seite zur römischen Geschichte]
- [http://www.antikefan.de/kulturen/Roemisch.html Geschichte des Römischen Imperium]
Romisches Reich
!
Romisches Reich
als:Römisches Reich
ja:ローマ帝国
ko:로마 제국
simple:Roman Empire
zh-min-nan:Roma Tè-kok
238
Politik und Weltgeschehen
- In rascher Folge lösen die römischen Kaiser (Soldatenkaiser) Maximinus Thrax, Gordianus I., Gordianus II., Pupienus, Balbinus und Gordianus III. einander ab
-
- April - Maximinus Thrax, erster römischer Soldatenkaiser ( - 172/173)
- 9. April(?) - Gordian I., römischer Kaiser für wenige Tage ( - um 159)
- 12. April (?) - Gordian II., mit seinem Vater, Gordian I, kurzzeitig römischer Kaiser ( - um 192)
- 29. Juli - Balbinus, römischer Kaiser 238
- Juli - Pupienus, römischer Kaiser ( - um 167)
ko:238년
Maximinus Thrax
Gaius Iulius Verus Maximinus Thrax oder Maximinus I. ( - 172 oder 173 bzw. zehn Jahre später in Thrakien, † April 238 in Aquileia) war römischer Kaiser von 235 bis 238. Er gilt als der erste so genannte Soldatenkaiser.
Leben
Persönliches
Im Gegensatz zu den meisten römischen Kaisern vor ihm kam Maximinus aus einfachen Verhältnissen: Er stammte aus Thrakien (daher auch der Beiname Thrax), einer wenig angesehenen Provinz, und war nur wenig gebildet. Bisweilen wurde sogar behauptet, er stamme direkt von Barbaren ab. Seine politische Karriere führte ihn über die Armee, wo er wegen seiner körperlichen Statur und seines militärischen Geschicks rasch bekannt wurde. Seine Frau hieß Caecilia Paulina, sein Sohn Gaius Iulius Verus Maximus.
Ausrufung zum Kaiser
Soldatenkaiser
Er spielte eine führende Rolle beim Mesopotamienfeldzug des Severus Alexander und wurde im Jahr 233 Statthalter der Provinz Mesopotamien. Auch beim Krieg in Germanien leitete er die Aushebung der Truppen, wobei er sich Ansehen unter den Soldaten erwarb. Im März 235 wurde er von den Rheinlegionen bei Mainz zum Kaiser ausgerufen. Zwei Verschwörungen zu Beginn seiner Amtszeit konnte er aufdecken. Er führte erfolgreich Krieg in Germanien und bekam nach dem Sieg gegen die Alamannen dafür den Ehrentitel "Germanicus Maximus".
Streit mit dem Senat
Dennoch und trotz seiner ebenfalls erfolgreichen Feldzüge gegen die Sarmaten und Daker blieb er bei den Senatoren unbeliebt. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Sie hielten ihn für nicht standesgemäß und seine Feldzüge waren so kostspielig, dass er dafür sogar Geld aus der Armenkasse und der Getreideversorgung Roms nehmen musste. Zudem verweigerte er dem Senat in Rom ein Mitspracherecht. Schließlich besuchte Maximinus während seiner Amtszeit nicht einmal die Hauptstadt Rom.
Deshalb wurde nach Unruhen verängstigter Großgrundbesitzer in der Provinz Africa, die um ihren Besitz fürchteten, der 80-jährige Prokonsul von Africa, Gordianus, als Gordian I. gegen seinen Willen zum Kaiser ernannt. Sein militärisch unerfahrener Sohn Gordian II. wurde Mitregent. Maximinus wurde gleichzeitig zum Staatsfeind erklärt.
Niederlage und Tod
Wohl konnte nur 20 Tage später der Maximinus gegenüber loyal verbleibende Capellianus, der Statthalter der Nachbarprovinz Numidien, Gordian II. vernichtend schlagen. Aus Furcht vor der Rache Maximinus' berief der Senat in Rom allerdings Pupienus und Balbinus als neue Kaiser, die den Widerstand gegen ihn organisierten. Das Volk von Rom erzwang außerdem die Wahl Gordians III., eines Enkels und Neffen der Gordiane, als dritten Caesaren. Maximinus zog gegen Italien und wurde bei der Belagerung von Aquileia auf dem Marsch nach Rom im April des Jahres 238 von seinen Truppen ermordet.
Weblinks
- [http://www.roman-emperors.org/maxthrax.htm Englische Kurzbiografie aus dem DIR-Projekt]
Kategorie:Mann Kategorie:Kaiser (Rom) Kategorie:Römer
Kategorie:Geboren 172
Kategorie:Gestorben 238
ja:マクシミヌス・トラクス
Elagabalus
Elagabal ( - 204 in Emesa, Syrien; † 11. März 222 in Rom), gräzisiert Heliogabal, eigentlich Varius Avitus Bassianus, offiziell Imperator Caesar Marcus Aurelius Antoninus Augustus, war vom 16. Mai 218 bis zu seiner Ermordung römischer Kaiser.
Biografie
Kaiser
Herkunft
Varius gehörte über seine Tante Julia Mamaea zur römischen Dynastie der Severer, benannt nach deren Begründer Septimius Severus. Varius gelangte nur deshalb an die Macht, weil seine Großmutter Julia Maesa neben Bestechung, das Gerücht verbreiten ließ, Varius, ihr Enkel, sei der unehelich gezeugte Sohn Caracallas.
Regierungszeit
Caracallas
Varius hielt sehr viel auf seine syrische Abstammung, sprach kaum Latein und war, wie sein Großvater, Priester des Sol Elagabal, des Schutzgottes von Emesa. Bei seiner Amteinführung 219 in Rom führte er den Stein von Emesa mit und ließ ihm auf dem Palatin einen Tempel errichten. Sein Ziel war die Einsetzung des Sol Elagabal als obersten Reichsgott über alle anderen römischen Göttern.
Er steigerte sich in diesen Kult bis zum Fanatismus, dem er als Imperator freien Lauf lassen konnte. Er trug als erster in Rom Seidengewänder. Neben unglaublichen Veranstaltungen (zu seiner Hochzeit mit der Vestalin Aquilla Severa ließ er 51 Tiger vorführen und schlachten) hielt er sich ein Krokodil als Haustier. Auch ließ er sich ein prächtiges Bad errichten. Als es schließlich stand, war es ihm gerade gut genug, um ein einziges Mal darin zu baden. Dann wurde es wieder abgerissen. Außerdem ließ er Menschen enthaupten, weil ihm das rote Blut auf dem grünen Gras so gut gefiel.
Bei seinen Gelagen stellte er an Verworfenheit in Rom neue Maßstäbe auf. So kamen bei ihm Papageienköpfe, Flamingo- und Drosselhirn, Kamelhufe, Spinnen in Aspik oder Pasteten mit Löwenkot auf den Tisch. Bei einem Gelage verblüffte er seine Gäste einmal dadurch, dass er sechshundert Flamingoköpfe servieren ließ, aus denen die Geladenen dann mit einem goldenen Löffel das Gehirn aßen. Die Etikette verbat es, solche Köstlichkeiten stehenzulassen.
Tod und Nachfolge
Auf massiven Druck seiner einflussreichen Großmutter Julia Maesa hin adoptierte Varius seinen Cousin Severus Alexander am 26. Juni 221. Varius erkannte die Versuche seiner Großmutter, die Macht schleichend auf seinen Cousin zu übertragen, und versuchte, Severus zu ermorden. Als dieser Plan fehlschlug und offenbar wurde, wurden Varius und seine Mutter Julia Mamaea stattdessen von der Prätorianergarde am 11. März 222 ermordet. Seine enthauptete Leiche wurde zerstückelt, durch die Straßen Roms geschleift und im Tiber versenkt.
Severus Alexander folgte ihm auf den Thron.
Siehe auch
- Römisches Reich
- Portal:Rom
Literatur
Quellen
- Die Historia Augusta berichtet über Elagabals Prunksucht in Kapitel 21: In seinem Speisesaal ließ Kaiser Elagabal eine umkippbare Decke einbauen und so viele Veilchen und andere Blumen auf seine Gäste stürzen, daß einige umkamen, weil sie sich aus der Blütenlawine nicht mehr an die Luft emporarbeiten konnten.
- Der Historiker Cassius Dio berichtet in seinem Geschichtswerk von täglich abgehaltenen Opferritualen, deren Grausamkeiten sich bis ins Absurde steigerten. Varius selber trat häufig in Frauenkleidern auf und soll seine Hofärzte angefleht haben, ihm seine Genitalien zu entfernen, um seiner Gottheit zu huldigen.
Diese Zeugnisse sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da es eine allgemeine negative Tradition in der römischen Geschichtsschreibung zu Elagabal gibt.
Sekundärliteratur
- Manfred Clauss (et al.): Die römischen Kaiser. C. H. Beck, München 1997. ISBN 3-406-42727-8.
- Alexander Demandt: Das Privatleben der römischen Kaiser. C. H. Beck, München 1997. ISBN 3-406-42510-0.
- Martin Frey: Untersuchungen zu Religion und zur Religionspolitik des Kaisers Elagabal. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden und Stuttgart 1989. ISBN 3-515-05370-0.
- Antonin Artaud: Heliogabal oder Der Anarchist auf dem Thron. Rogner&Bernhard, München 1980. ISBN 3-8077-0097-8.
Weblinks
Kategorie:Mann
Kategorie:Kaiser (Rom)
Kategorie:Geboren 204
Kategorie:Gestorben 222
ja:ヘラガバルス
ko:엘라가발루스
Ammianus MarcellinusAmmianus Marcellinus ( - um 330 in Antiochia/Syrien; † um 395, wahrscheinlich in Rom) war ein römischer Historiker. Er ist neben Prokopios von Caesarea der bedeutendste spätantike Geschichtsschreiber.
Das Werk des Ammianus Marcellinus ist das letzte große in Latein verfasste Geschichtswerk der Antike, obwohl seine Muttersprache das Griechische war.
Leben
Ammianus stammte aus wohlhabender griechischer Familie aus Antiochia in Syrien und war offenbar sehr belesen (Kenntnisse der lateinischen und griechischen Literatur). Er diente in jungen Jahren als Offizier in der Garde (protectores domestici) und unter dem Magister militum Ursicinus unter anderem in Gallien und in Mesopotamien, wo er an den Kämpfen gegen Schapur II. teilnahm (bei dem Fall der wichtigen römischen Festung Amida war er selbst anwesend). Ammianus nahm auch an dem Feldzug des Kaisers Julian gegen die Sassaniden teil. Später bereiste er Griechenland und Ägypten und ging wohl um 380 nach Rom, wo er um 390 sein Geschichtswerk (Res Gestae) verfasste; der genaue Titel seines Werkes ist uns allerdings nicht bekannt. Allerdings wissen wir aus einem Brief des Libanios (epist. 1963), dass sich das Werk großer Beliebtheit erfreute, wenn es auch in jüngster Zeit Zweifel gab, dass Ammianus gemeint war, wofür aber vieles spricht.
Werk
Die Kaisergeschichte des Ammianus
Das Werk des Ammianus behandelte in 31 Büchern nach seiner eigenen Aussage (31,16,9, wo er sich auch als „Soldat und Grieche“ bezeichnet) die Zeit des römischen Kaisers Nerva bis zur Schlacht von Adrianopel 378 n.Chr; ein Teil der Bücher wurde bereits 391/392 veröffentlicht, der Rest (ab Buch 26) folgte später, vielleicht um 394. Von diesen sind nur die Bücher 14–31 erhalten geblieben, die den Zeitraum von 353 bis 378 n.Chr. abdecken, den er als Offizier der Garde und Augenzeuge mitverfolgt hat. Den davor liegenden Zeitraum hatte Ammianus aus anderen Quellen rekonstruiert. Der Verlust ist bedauerlich, da wir ansonsten über eine durchgehende Historiographie vom 1. bis zum Ende des 4. Jahrhunderts verfügen würden; dennoch ist der Wert des erhaltenen Teils unschätzbar.
Ammianus schrieb vor allem eine Kaisergeschichte, wobei er bemüht war, möglichst objektiv zu urteilen: Der chronologischen Behandlung der Regierungszeit folgt eine knappe Charakterisierung des jeweiligen Kaisers.
Interessant ist sein Werk nicht nur als eine der wichtigsten Quellen der Völkerwanderung (über die wir sonst nur wenig wissen würden), sondern auch wegen der zahlreichen Exkurse bezüglich der Geographie (nicht immer fehlerfrei) und des Militärwesens. So erfährt der Leser einiges über das Persien der Sassaniden und über Germanen und Hunnen, wobei seine Beurteilung der „Barbaren“, der Tradition der antiken Historiographie Rechnung tragend, teils recht stereotyp ist. Interessant sind auch die Romexkurse, in denen er das Leben (und den Verfall der Sitten) in Rom beobachtete. Ammianus ist auch die wichtigste Quelle für die Kämpfe des Imperiums mit dem Sassanidenreich unter Schapur II.
Ammianus selbst war ganz Römer und betonte die Einheit der griechisch-römischen Kultur, doch sah er die Grenzen des Römischen Reichs überall vor dem Ansturm der Barbaren kollabieren. Folglich ist das Werk von einer stark pessimistischen Zukunftshaltung geprägt, ohne allerdings die Hoffnung auf bessere Zeiten aufzugeben: Als Ammianus sein Werk mit der Schlacht von Adrianopel enden ließ, wird in den Schlußbemerkungen doch deutlich, dass noch nicht alles verloren war. Zwar verglich er die Niederlage mit der bei Cannae – aber auf diese folgte bekanntlich der Triumph der Römer. Unter Theodosius I., unter dem Ammianus schrieb, schien sich die Lage auch tatsächlich noch einmal zu stabilisieren; wenigstens die Gotengefahr schien für den Moment gebannt. Ammianus orientierte sich offenbar an Tacitus (an den er in seiner Darstellung auch anschloss) und war bemüht, sich an seinen Lehrsatz zu halten, der sine ira et studio (ohne Zorn und ohne Eifer; folglich unparteiisch) lautete – freilich gelang dies Tacitus selbst ebensowenig wie Ammianus, der trotz seiner allgemeinen Objektivität manchmal sehr subjektiv urteilte (siehe unten).
Tatsächlich ist das Werk des Ammianus aber dennoch (neben den Werken Prokops) die beste historiographische Quelle für die Zeit der Spätantike und kann sich durchaus mit den anderen großen Geschichtswerken der Antike messen, wobei das Werk auch sprachlich gut gelungen ist, wenn auch der künstliche Stil der Spätantike oft deutlich hervortritt und das Werk mit Gräzismen gespickt ist.
Ammianus' Verhältnis zum Christen- und Heidentum
Spätantike
Ammianus selbst war zwar Heide, begegnete dem Christentum aber mit einer großen Toleranz, da er beispielsweise die Armenversorgung und die moralischen Werte neidlos anerkannte. Sein Held allerdings ist der letzte heidnische Kaiser Julian Apostata, mit dessen Tod das Werk eigentlich enden sollte (neue Einleitung Buch 26). Auch wenn er teils Kritik an ihm übt (was beispielsweise seine Abergläubigkeit betrifft), so stellt Ammianus ihn doch als einen vorbildlichen Kaiser dar, wobei er ihn an einigen Stellen etwas zu positiv überzeichnete. Insgesamt ist das religiöse Verständnis des Ammianus nur schwer zu beurteilen. In vielen Punkten folgte er der antiken historiographischen Tradition, die eben heidnisch geprägt war.
Dennoch beurteilt er auch die anderen Kaiser möglichst objektiv (ein Sonderfall ist Constantius II., siehe unten). So wird beispielsweise Valentinian I. – den Ammianus kaum bewunderte – doch relativ günstig beurteilt, eben weil er auf militärischem Gebiet einige Erfolge verbuchte, die auch Ammianus anerkannte. Ein weiterer Grund dürfte die religiöse Toleranz Valentinians gewesen sein, was man als Gegenpol zu Theodosius I. verstehen kann, der jedoch ebenfalls keineswegs ein Heidenverfolger war – dies wird auch in der neueren Forschung betont.
Beurteilung und Kritik
In der neueren Forschung wird darauf hingewiesen, dass Ammianus, trotz seiner Verdienste und seiner nie wirklich angezweifelten Fairness, bisweilen auch sehr subjektiv urteilte, etwa in Bezug auf Constantius II., den Gegenspieler seines Helden Julian, der bei Ammianus zu Unrecht so schlecht beurteilt wird (wohl auch, um den Kontrast zum angeblich so vorbildlichen Julian zu verstärken). Dennoch bleibt Ammianus die beste (und teilweise einzige) Quelle für diese Zeit. Dort wo die Darstellung des Ammianus abbricht, muss der weitere Geschichtsverlauf für die nächsten Jahrzehnte durch Quellen rekonstruiert werden, die Ammianus' Qualität nicht erreichen (siehe beispielsweise Zosimos).
Das Werk genoss bereits zu seiner Zeit großes Ansehen, ging aber in der Folgezeit wie so viele Werke unter und wurde erst in der Renaissance wieder neu aufgelegt. Die Überlieferung basiert auf dem Codex Fuldensis (der sich nun im Vatikan befindet) und auf dem, heute bis auf 6 Seiten völlig verloren gegangenen, Codex Hersfeldensis.
Übersetzungen
- Ammianus Marcellinus: Das römische Weltreich vor dem Untergang (Bibliothek der alten Welt), übersetzt von Otto Veh, eingeleitet und erläutert von Gerhard Wirth, München-Zürich 1974 (dort auch weitere Literaturangaben).
- Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte, Lateinisch und Deutsch und mit einem Kommentar versehen von W. Seyfarth, 4 Bde., Berlin 1968 ff.
Sekundärliteratur
- Timothy D. Barnes: Ammianus Marcellinus and the Representation of Historical Reality, Ithaca 1998.
- Cognitio Gestorum – The Historiographic Art of Ammianus Marcellinus, hrsg. v. J. den Boeft, D. den Hengst u. H. C. Teitler, Amsterdam/New York 1992.
- Charles W. Fornara: „Studies in Ammianus Marcellinus I: The Letter of Libanius and Ammianus′ Connection with Antioch.“ In: Historia, Nr. 41 (1992), S. 328-344.
- The Late Roman World and Its Historian: Interpreting Ammianus Marcellinus, hrsg. v. Jan Willem Drijvers u. David Hunt, London 1999.
- John F. Matthews: The Roman Empire of Ammianus, London 1989. [Anm.: Standardwerk und gleichzeitig beste Darstellung zum Thema.]
- John F. Matthews: „The Origin of Ammianus.“ In: Classical Quarterly, Nr. 44 (1994), S. 252-269.
- Philological and historical commentary on Ammianus Marcellinus, hrsg. v. Jan den Boeft, Daniel den Hengst, Hans C. Teitler u. Jan Willem Drijvers, Bd. 21-23, Groningen 1991–98. [Anm.: Kommentar.]
- Klaus Rosen: Ammianus Marcellinus. Erträge der Forschung 183, Darmstadt 1982. [Anm.: Informativ.]
- Guy Sabbah: „Ammien Marcellin, Libanius, Antioche et la date des derniers livres des Res gestae.“ In: Cassiodorus, Nr. 3 (1997), S. 89–116.
- Frank Wittchow: Exemplarisches Erzählen bei Ammanius Marcellinus: Episode, Exemplum, Anekdote, München/Leipzig 2000.
Weblinks
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- [http://odur.let.rug.nl/~drijvers/ammianus/introduction.htm Ammianus-Marcellinus-Projekt der Universität Groningen, welches hervorragende Kurzinformationen bietet.]
- [http://www.geschichte.hu-berlin.de/bereiche/ag/Hartmann/mat/ws0102/ammlit.htm Umfangreiche Literatur- und Linkliste, erstellt vom Hist. Seminar der HU Berlin]
- [http://www.domus-ecclesiae.de/historica/ammianus/ammianus.vita.html Lateinischer Text des Geschichtswerks]
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Paul HoganPaul Hogan, född 8 oktober 1939 i Lightning Ridge, New South Wales, Australien, australisk skådespelare, framför allt känd som den tystlåtne men företagsamme Crocodile Dundee.
Slog igenom med Crocodile Dundee-filmerna på 1980-talet. Paul är i verkligheten (sedan 1990) gift med sin motspelerska i dessa filmer, Linda Kozlowski.
Filmer, ett urval:
- Crocodile Dundee - ett storviltjägare i New York' (1986)
- Crocodile Dundee II (1988)
- Almost An Angel (1990)
- Lightning Jack (1994)
- Crocodile Dundee in Los Angeles (2001)
Hogan, Paul
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